Bilanz

WVM: Dramatische Belastung der energieintensiven Industrie durch EEG

Die finanzielle Belastung der energieintensiven Unternehmen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steigt nach Angaben der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) erneut dramatisch um über 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - "Dies bedeutet allein für die Unternehmen der NE-Metallindustrie Mehrbelastungen von über 10 Millionen Euro pro Jahr, die im internationalen Wettbewerb nicht weitergegeben werden können und die ohnehin extrem hohen Stromkosten in Deutschland weiter steigen lassen", so Martin Kneer, WVM-Hauptgeschäftsführer. Kneer wies damit jüngste Verlautbarungen des Bundesumweltministeriums zurück, die Abgabenlast der stromintensiven Betriebe sei um rund zwei Drittel gesunken. Die WVM fordere den Umweltminister auf, die im Koalitionsvertrag festgelegte Entlastung der energieintensiven Unternehmen beim EEG unverzüglich und mit schnellstmöglicher Wirkung umzusetzen und die dazu erforderlichen Gespräche und Beratungen aufzunehmen.

Als "irritierend und inakzeptabel" bezeichnete Kneer die positive Bilanz der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHST) zum Anfang 2005 eingeführten Handel mit CO2-Emissionszertifikaten. Die DEHST blende völlig aus, dass der Industrie durch den Emissionshandel Mehrkosten in Milliardenhöhe entstünden, weil die Stromerzeuger den Wert ihrer kostenlos erhaltenen Emissionsrechte in den Strompreis einkalkulieren. "Die DEHST möge sich den Koalitionsvertrag genau anschauen. Dann würde deutlich, dass die Bundesregierung in diesen windfall profits ebenfalls ein massives Problem sieht und dieses lösen will", so Kneer. Eine Bilanz dürfe sich nicht nur am Handelsvolumen der Zertifikate orientieren, sondern vor allem an der nach Ansicht der WVM völlig verfehlten Wirkung des Emissionshandels. Das System sei ökologisch ergebnislos, ökonomisch belastend und international wettbewerbsverzerrend, sagte Kneer Eine realistische Bilanz müsse daher zu dem Ergebnis kommen, den Emissionshandel auf den Prüfstand zu stellen und so lange auszusetzen, bis die massiven Probleme gelöst seien.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Treibhausgase

    Förderung für Kohlemeiler soll verlängert werden

    Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen nun neben der Kohle-Reserve auch noch über das neue KWK-Gesetz gefördert werden. Das zumindest lässt eine Vereinbarung der Koalition verlauten. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor dem Hintergrund des Klimagipfels ein doppeltes Spiel vor.

  • Strompreise

    Atomstreit heizt sich weiter auf

    Der Streit um die Nutzung der Atomenergie bringt der großen Koalition weiteren Unfrieden. Während u.a. CSU-Generalsekretär Markus Söder eine neues Energiekonzept forderte, halten u.a. Staatssekretär Michael Müller (SPD) und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) am Atomausstieg fest.

  • Stromtarife

    UBA-Bilanz: 90 Millionen Emissionsrechte transferiert

    Die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHSt) zieht ein Jahr nach Einführung des europäischen Emissionshandels eine positive Bilanz des neuen Klimaschutzinstrumentes: Laut nationalem Emissionshandelsregister haben Kontoinhaber über 90 Millionen Emissionsberechtigungen übertragen.

  • Hochspannungsmasten

    Diskussion um Atomausstieg geht weiter

    Obwohl Bundespräsident Horst Köhler die große Koalition in seiner Weihnachtsansprache lobte, schwelt der Streit um einen möglichen Rückzug aus der Atomausstiegsvereinbarung innerhalb von SPD/Grünen und CDU weiter. Unterstützung bekam die CDU jetzt auch von Industrie und Gewerkschaft.

Top