Innovation

Wuppertaler Energie- und Umweltpreis für Handwerker-Blower-Door

Zwei Wissenschaftler der Universität Siegen haben ein neuartiges Gerät entwickelt, das die Luftdichtheit bei Ein- und Zweifamilienhäusern misst: die Handwerker Blower-Door. Sie deckt energetische Schwachstellen aufdecken und hilft so, den Heizenergiebedarf von Gebäuden erheblich zu reduzieren.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

In der Baubranche setzen sich neue Energiestandards durch: Dem Niedrigenergiehaus und dem Passivhaus gehört ­ gerade angesichts steigender Energiekosten ­die Zukunft. Solche Standards erfordern aber eine hohe Luftdichtheit von Gebäuden. Prof. Frank-Dietrich Heidt und Volker Kalender von der Universität Siegen haben ein neuartiges Gerät entwickelt, das die Luftdichtheit bei Ein- und Zweifamilienhäusern misst: die Handwerker Blower-Door.

"Die Blower-Door kann energetische Schwachstellen aufdecken und so dazu beitragen, den Heizenergiebedarf von Gebäuden erheblich zu reduzieren", freut sich NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft über die von ihrem Haus mitfinanzierte Innovation. Das Projekt wurde in Kooperation mit der LTM GmbH Lüftungstechnik und der MDM Diels GmbH Metallverarbeitung, beide in Meinerzhagen, entwickelt. Mit der "Handwerker-Blower-Door", für deren Entwicklung Frank-Dietrich Heidt und Volker Kalender den zweiten Preis des vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie verliehenen Wuppertaler Energie- und Umweltpreises erhielten, wurde vor allem die Messtechnik entscheidend weiterentwickelt. Das Messgerät wird in die Öffnung einer Tür oder eines Fensters dicht eingebaut. Durch den integrierten drehzahlgeregelten Ventilator wird im Gebäude eine Druckdifferenz erzeugt. Nach Ablauf der automatischen Messung zeigt das Display alle relevanten Messwerte an. Ein spezieller Chip sorgt für die einfache Auswertung.

"Hausbesitzer können zukünftig einfacher und preisgünstiger als bisher die Luftdichtheit ihres Gebäudes prüfen lassen. Die Handwerker-Blower-Door lässt sich vor allem bei Neubauten, aber auch im Rahmen einer energetischen Gebäudesanierung auf hohem Niveau einsetzen, zum Beispiel auf den Niedrigenergiehaus-Standard", erklärte der nordrhein-westfälische Bauminister Michael Vesper. Die Broschüre "Energieverluste vermeiden ­Winddichtigkeit prüfen" beschreibt die Einsatzmöglichkeiten des Messgerätes.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Wärmebild

    Die vier größten Irrtümer bei der Sanierung von Häusern

    Beim Stichwort "energetische Gebäudesanierung" denken die meisten an gut gedämmte Häuser mit geringen Energiekosten, an den Abschied von alten, zugigen Fenstern und an Wärme aus erneuerbaren Energien. Stimmt das? Denn manch einer fragt sich, ob das Haus nachher wirklich besser aussieht als vorher und ob sich der ganze Aufwand finanziell lohnt.

  • Strom sparen

    KfW Förderbank: Zuschüsse zur energetischen Gebäudesanierung

    Wer umfassend saniert, kann den Energieverbrauch seines Hauses mehr als halbieren. Für die Sanierung eines Altbaus können Hauseigentümer einen Kredit von bis zu 50.000 Euro von der KfW Förderbank bekommen. Bei entsprechender Senkung des Energiebedarfs werden zudem bis zu 8.750 Euro Zuschuss gezahlt.

  • Strom sparen

    Experten erwarten das Haus ohne eigene Heizung

    "Neues bauen braucht das Land": Im Rahmen einer Fachtagung in Münster informiert das NRW-Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport über erfolgreiche Bau- und Sanierungsprojekte "der neuen Art". Auch in die Zukunft will man blicken...

Top