Vergessene Säule

Wuppertal Institut fordert mehr Energieeffizienz im liberalisierten Strom- und Gasmarkt

Als "vergessene Säule der Energiepolitik" hat das Wuppertal Institut die Energieeffizienz bezeichnet und macht deshalb in einer gleichnamigen Studie Vorschläge, wie die Bundesregierung Energieeffizienz im liberalisierten Strom- und Gasmarkt in Deutschland erfolgreich fördern kann. Davon würde neben Haushalten und Unternehmen auch das Klima profitieren.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Wenn es darum geht Energiekosten zu senken, denken die meisten Verbraucher an den Dumpingwettbewerb der Stromanbieter. Nicht so das Wuppertal Institut: "Energieeinsparung durch effizientere Geräte, Anlagen und Gebäude bringt uns auf Dauer mehr Geld in die Kasse als der Wettbewerb um billige Kilowattstunden", betont Dr. Kora Kristof, Leiterin der Abteilung Energie des Instituts. "Zudem bringt Energieeffizienz Arbeitsplätze, erhöht die Sicherheit unserer Energieversorgung und entlastet die Umwelt."

Seit der Marktöffnung bei Strom und Gas hat die Bundesregierung große Schritte bei der Förderung der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung unternommen. Die enormen Potenziale der Energieeffizienz lägen dagegen noch weitgehend brach. Gerade hier seien aber die größten Schätze verborgen. "Wenn Energieunternehmen und andere Marktakteure die Verbraucher und die Wirtschaft aktiv beim Energiesparen unterstützen, können bis 2010 rund 35 Millionen Tonnen Kohlendioxid zusätzlich eingespart werden. Das bringt uns überdies einen Gewinn von knapp 20 Milliarden Euro für die Volkswirtschaft. Davon profitieren Haushalte, Unternehmen und, nicht zu vergessen, das Klima", erläutert Stefan Thomas, Projektleiter am Wuppertal Institut.

Aus diesem Grund präsentiert das Institut nun eine neue Studie. Mit "Die vergessene Säule der Energiepolitik" unterbreitet das Wuppertal Institut der Regierung Vorschläge, wie sie die Energieeffizienz im liberalisierten Strom- und Gasmarkt in Deutschland erfolgreich fördern kann. Die Wissenschaftler halten es für erforderlich, dass auch die Energieunternehmen vom Gewinn durch Energieeffizienz profitieren können. Nur dann könne die Energiewirtschaft Energiesparen als neues Geschäftsfeld etablieren. Die Studie bietet eine Fülle konkreter Anregungen zur Umsetzung für Politik und Energiewirtschaft.

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