"Blendwerk"

w&v: E.ON-Mix-Power-Werbung irreführend

In der aktuellen Ausgabe des Marketingmagazins w&v haben Energieexperten die aktuelle Werbekampagne des Stromkonzerns E.ON zu "Mix-Power" kritisiert. Die Kunden zahlten drauf, ohne wirklich etwas für die Umwelt zu tun.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Verbraucherschützer haben den Stromkonzern E.ON für seine Werbekampagne zum Angebot "Mix-Power" stark kritisiert. Der Energiekonzern führe seine Kunden mit dem Angebot, sich Stromquellen selbst zusammenstellen zu können, in die Irre. "Es ist technisch gar nicht möglich, dem einzelnen Stromkunden Energie aus bestimmten Quellen zuzuteilen", urteilt Ulrich Wagner, Professor für Energiewirtschaft an der TU München. Das berichtet das Marketingmagazin w&v - werben und verkaufen in seiner aktuellen Ausgabe.

"Die Kritik der Verbraucherschützer geht am Grundverständnis des Produkts vorbei", sagt dagegen E.ON-Energie-Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg. Laut Werbung hat der Stromkunde erstmals die Möglichkeit, seine Energiequellen selbst zu mixen. Zur Wahl stehen Wasser, Wind, Sonne, Biogas, Kernenergie und Kohle. Allerdings ist damit nicht die tatsächliche Zusammenstellung des Stroms gemeint. Der Kunde könne so Hinweise darauf geben, wie die Stromerzeugung "in Zukunft" aussehen soll. Zudem weise jede Broschüre aus, dass sich am Strommix "natürlich erst dann etwas ändert, wenn viele Kunden den veränderten Energiemix bestellen", so Reutersberg zu w&v. Kritiker wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen halten diese Strategie hingegen für "Blendwerk". Wer über Mix-Power aus regenerativen Quellen Strom bezieht, zahle drauf, ohne wirklich etwas für die Umwelt zu tun.

Das könnte Sie auch interessieren
Top