Steigender Rohstoffpreise

Wissenschaftler suchen neue Wege der Braunkohleverwertung

Angesichts weltweit steigender Rohstoffpreise wollen Wissenschaftler und Unternehmen aus Mitteldeutschland nach neuen Wegen für die Verwertung der heimischen Braunkohle suchen. Diese könne neben der Verstromung auch als Grundlage für Rohstoffe der chemischen Industrie verwertet werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Halle (ddp-lsa/sm) - Bisher stelle die Braunkohle für die Energieerzeugung in den drei Ländern eine wesentliche Grundlage dar, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstag in Halle am Rande des Forums "Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland, ibi". In dieser Kohle stecke aber ein viel größeres Potenzial.

Die Braunkohle solle nicht mehr allein verstromt, sondern Grundlage für Rohstoffe der chemischen Industrie werden. Beides habe in Mitteldeutschland eine Tradition und ein hohes wirtschaftliches Gewicht, stellte der Minister fest. Die in Mitteldeutschland lagernde Braunkohle eignet sich den Angaben zufolge zur Erzeugung von Montanwachsen, Paraffinen, Schmierstoffen, Kraftstoffen und Synthesegas. Haseloff sprach von einem Aufholprozess, denn die Technologien hätten sich in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr viel verändert.

Vor dem Hintergrund der Abbaurechte für Braunkohle sprach der Minister von 40 Jahren Planungssicherheit. Die in Theißen (Burgenlandkreis) ansässige Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) hat 2007 in den Tagebauen Profen und Vereinigtes Schleenhain im Länderdreieck Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen insgesamt 18,6 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Das Unternehmen beschäftigt den Angaben zufolge 2152 Mitarbeiter aus den drei Ländern.

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