Forschungsstandort Ketzin

Wissenschaftler: Keine Gefahr durch CO2-Speicherung

Durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid besteht nach Angaben von Wissenschaftlern am Forschungsstandort Ketzin im Havelland keine Gefahr für die Anwohner. "Ketzin ist sicher", sagte Michael Kühn, Leiter des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam, am Forschungsstandort vor Journalisten.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Ketzin (ddp-lbg/red) - Es handle sich bei dem europäischen Projekt um eine "technische Herausforderung" und nicht um eine Gefährdung für die Umwelt. Umweltverbände und Bürgerinitiativen stufen die unterirdische Speicherung von CO2, das bei der Kohleverstromung abgeschieden wurde, als risikobehaftet und gefährlich ein. "Kohlendioxid ist nicht giftig, sondern das, was wir als Kohlensäure in Wasser oder Bier kennen", entgegnete Gerhard Holtmeier, Vorstand des Kooperationspartners Verbundnetz Gas (VNG). Der Stoff Kohlenmonoxid hingegen sei giftig.

Mit der Ketziner Pilotanlage, an der insgesamt 18 Institutionen aus neun Ländern Europas beteiligt sind, wird seit Juni 2008 untersucht, wie das Treibhausgas in tief gelegenen Gesteinsschichten gebracht werden kann und wie es sich unter realistischen Bedingungen verhält. Bis März nächsten Jahres sollen bis zu 60.000 Tonnen CO2 rund 650 Meter tief gespeichert werden. Ziel ist, den Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre durch eine Speicherung des Gases in Sandsteinschichten zu senken.

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