Verantwortungsvolle Energiepolitik

Wirtschaftsministerium setzt auf High-Tech-Kohlekraftwerke

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat ein Programm initiiert, um effizientere "Kohlekraftwerke der nächsten Generation" zu entwickeln. Die Kohlendioxid-Emissionen bei fossiler Feuerung sollen drastisch gesenkt werden. Langfristige Perspektive ist die Option eines völlig emissionsfreien Kohlekraftwerks.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Angesichts der stark zunehmenden Energienachfrage einer zugleich stark wachsenden Weltbevölkerung - mit einer Verdopplung des Weltenergiebedarfs wird innerhalb der nächsten 30 Jahre gerechnet - liegt es nahe, dass verantwortungsvolle Energiepolitik den Schutz der Umwelt als ein zentrales Element gleichrangig neben Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit im Blick haben muss. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) hat ein Programm initiiert, um "das hocheffiziente Kohlekraftwerk der nächsten Generation" zu entwickeln und damit die Kohlendioxid-Emissionen bei fossiler Feuerung weiterhin drastisch zu senken. Das Besondere an dem Konzept ist, dass damit in der Langfristperspektive die Option eines völlig emissionsfreien Kohlekraftwerks geschaffen wird.

"Kohle bleibt auf absehbare Zeit bei uns und weltweit die wichtigste Stütze einer nachhaltigen Stromversorgung", so Staatssekretär Georg Wilhelm Adamowitsch. Solle Energie auch in Zukunft sicher verfügbar, bezahlbar und zugleich umweltfreundlich sein, müssten neue technologische Potenziale erschlossen werden, um Kohle und Gas weiter zur Energiegewinnung nutzen zu können.

Eine Gruppe von 100 Experten hat innerhalb eines Jahres ein Konzept entwickelt, das gestern Staatssekretär Adamowitsch überreicht wurde. Leitmotiv des Konzepts ist ein höchsteffizientes und wirtschaftliches Kohlekraftwerk, das deutlich weniger Kohlendioxid-Emissionen als heute produziert. Langfristig ist damit die Option verbunden, alle Emissionen einschließlich CO2 auf Null zu senken. Hierfür lassen sich alle notwendigen Technologien innerhalb der kommenden 15 bis 20 Jahre bereitstellen.

Es sei, so Staatssekretär Adamowitsch, ein Gebot nachhaltiger Verantwortung, solche umweltfreundlichen Kraftwerkslinien zu entwickeln und zu bauen. Ab 2010 stehe etwa in Deutschland ein Ersatzbedarf von 40.000 Megawatt Kraftwerksleistung an, für den man die besten Technologien verfügbar haben sollte.

Interessierte Bundesländer haben ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit im neuen Programm angekündigt. So hat das NRW-Landesministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung anerkannt, dass die Aktivitäten in Bund und Land in Wirtschaft und Wissenschaft gebündelt und koordiniert werden müssen, wenn die Technologiekompetenz und damit die Marktkompetenz unserer Unternehmen auf dem Weltmarkt bei den fossilen Kraftwerken technisch erhalten und ausgebaut werden sollen.

Staatssekretär Adamowitsch kündigte an, umgehend das notwendige F&E-Programm zu konkretisieren. Er stellte Fördermaßnahmen durch das BMWA im Rahmen der Energieforschung im bisherigen Umfang von etwa 15 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht und erwartet, dass auch die Industrie Mittel in gleicher Höhe für diese innovativen Technologien beisteuert.

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