Preisrückgang weitergeben

Wirtschaftsministerium fordert Gaspreissenkungen

Das Bundeswirtschaftsministerium hat von den deutschen Gasversorgern angesichts des deutlich gesunkenen Ölpreises eine möglichst rasche Absenkung der Gaspreise gefordert. Der Branchenverband BDEW bekräftigt derweil seine Erwartung, dass Gas für Verbraucher im kommenden Jahr wieder billiger wird.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Ich erwarte, dass die Gaspreise sehr bald in dem gebotenen Maße, das heißt im Einklang und im Ausmaß des Preisrückgangs bei den Ölpreisen abgesenkt werden", sagte Staatssekretär Jochen Homann am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der großen deutschen Gasversorger in Berlin.

"Die Ankündigung einiger Versorger, noch in diesem Jahr oder Anfang 2009 die Gaspreise zu senken, ist zwar ein gutes Signal und trägt zur Entlastung der Verbraucher noch in dieser Heizperiode bei. Dies ist aber nur der erste kleine Schritt, dem bald größere folgen müssen", fügte Homann hinzu.

Wenn die Ölpreissenkungen auf der Importseite schneller an die Verbraucher weitergegeben würden, bedeute jeder Cent einen Kaufkraftgewinn für die Verbraucher von mehr als 50 Millionen Euro pro Monat in der Heizperiode. Die Versorger sollten alle vertraglichen Spielräume für Preissenkungen nutzen.

Verband: Preissenkungen im nächsten Jahr wahrscheinlich

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bekräftigte nach dem Treffen seine Erwartung, dass für Verbraucher Erdgas 2009 wieder billiger wird. "Die jetzt sinkenden Ölpreise werden sich bei den Beschaffungskosten der Unternehmen niederschlagen, so dass Preissenkungen im nächsten Jahr wahrscheinlich sind", erklärte der Verband.

Die Versorger hätten die Vorschläge aus dem Ministerium zur Kenntnis genommen und würden diese "im Zusammenhang mit den in den Unternehmen bereits erwogenen Möglichkeiten zur Entlastung der Kunden diskutieren".

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