Möglichkeiten ausloten

Wirtschaftsministerium ernennt Moderator für Netzgesellschaft

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat einen Moderator ernannt, der Möglichkeiten für die Schaffung eines einheitlichen Stromnetzes in Deutschland ausloten soll. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Infineon, Max Dietrich Kley, habe sich bereit erklärt, diese Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen, erklärte das Ministerium.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Kley werde nun Gespräche mit den vier deutschen Versorgern Eon, RWE, Vattenfall und EnBW darüber aufnehmen, ob und unter welchen Voraussetzungen die vier Konzerne bereit sind, ihre Netze in eine Netzgesellschaft einzubringen.

Das BMWi erklärte, derzeit biete sich die historische Chance, den Netzbetrieb in Deutschland neu zu strukturieren. Durch die Synergien bei einer Zusammenlegung der Stromübertragungsnetze könnten die Kosten für die Verbraucher gesenkt werden. Die Bundesregierung prüft derzeit nach Angaben von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), eine Initiative zur Zusammenlegung der Netze. Verbraucherschützer gehen allerdings nicht davon aus, dass ein solches Vorhaben zu sinkenden Preisen für Verbraucher führt.

Kley soll nach Angaben des BMWi auch prüfen, welche Vorstellungen die Energiekonzerne von einem zukünftigen Energiemix in der Stromerzeugung haben. Dabei gehörten alle Optionen auf den Prüfstand: Der Moderator solle in diesem Zusammenhang daher auch Möglichkeiten prüfen, wie Stromverbraucher durch eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken entlastet werden könnten. Glos macht sich seit langem für eine Verlängerung der Akw-Laufzeiten stark.

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