Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg: "Erhebliche Preisunterschiede bei Stromanbietern"

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com
Horst Mehrländer, Staatssekretär im baden-württembergischem Wirtschaftsministerium, geizt nicht mit klaren Worten: "Die Zeit der Strompreissenkungen ist auf Grund der verbraucherfeindlichen Politik der Bundesregierung vorbei". Die Strompreise für Privathaushalte, so Mehrländer, seien zwar seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 um rund ein Drittel gesunken ist, doch seien Steuern und Abgaben des Bundes auf den Strom zugleich um 41 Prozent gestiegen. "Ein Ende der Zunahme dieser Belastungen ist nicht absehbar", wirft Mehrländer der rot-grünen Regierung vor. Ferner wies der Staatssekretär auf "stark unterschiedliche Preisangebote der Energieversorger" in Baden-Württemberg hin.



Der deutschen Stromwirtschaft und ihren Kunden entstünden durch die gesetzlich bedingten Mehrkosten "erhebliche Wettbewerbsnachteile". Die Maßnahmen der Bundesregierung führten zu Kostenbelastungen von rund 13 bis 14 Milliarden DM. Damit werde die durch die Liberalisierung erreichte Entlastung von etwa 15 Milliarden DM weitgehend wieder zunichte gemacht.



Erhebliche Preisunterschiede bestünden bei den Stromtarifen, die die Energieversorgungsunternehmen des Landes Baden-Württemberg im Rahmen ihrer Versorgungspflicht den Tarifkunden aus den Bereichen Haushalte und Gewerbe berechneten. So zahle ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden als Tarifkunde beim preisgünstigsten Anbieter - der Elektrizitätsgenossenschaft Hauingen nämlich - 938 DM im Jahr. Bei den teuersten Tarifanbietern, der EnBW und dem Überlandwerk Schäftersheim, seien für denselben Kunden hingegen 1259 bzw. 1264 DM fällig - eine Differenz von immerhin über 320 DM pro Jahr, knapp 26 Prozent.



Bei einem Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch von 7200 Kilowattstunden verlange der preisgünstigste Anbieter, die Stadtwerke Gaggenau, 1776 DM, der teuerste Anbieter, das EWK Kirchzarten, 2806 DM - eine Differenz von 1030 DM pro Jahr, rund 36 Prozent.



Das größte EVU des Bundeslandes, die EnBW, gehöre mit ihren Pflichttarifen zu den teuersten Stromversorgern. Günstigere Strompreise seien nur über den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen möglich.

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