Erneuerbare Energien

Wirtschaftsminister verteidigt Starkstromtrasse Thüringer Wald

Der geplante Bau der Starkstromtrasse wurde durch die Thüringer Landesregierung unterstützt. Der Ausbau sei unumgänglich, wenn man die erneuerbaren Energien weiter ausbauen wolle. Zwei Gutachten bestätigen außerdem die Notwendigkeit dieser Trasse.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/red) - Die thüringer Landesregierung hat den geplanten Bau einer Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald verteidigt. Wer den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland wolle, der komme um den Ausbau der Energienetze nicht herum, sagte der Wirtschaftsminister von Thüringen, Matthias Machnig (SPD) am Montag in Erfurt. Zuvor hatte er mit Bürgerinitiativen und Vertretern des Projektträgers, der 50Hertz Transmission GmbH, sowie Landtagsabgeordneten und Gutachtern über die Leitung diskutiert.

Zwei unabhängige Gutachten zur Bestätigung

Machnig verwies darauf, dass es durch das Bundes- als auch das europäische Recht verbindliche Vorgaben zum Netzausbau in Deutschland gebe. Außerdem sei die Notwendigkeit einer solchen Hochspannungstrasse durch zwei unabhängige Gutachten renommierter Experten be¬stätigt worden.

Der Minister betonte zugleich, es müsse alles dafür getan werden, um die Eingriffe in Natur und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Die geplante Starkstromtrasse von Halle über den Kamm des Thüringer Waldes in Richtung Schweinfurt soll laut 50Hertz vor allem dazu dienen, Windkraftstrom aus dem Norden zu den Verbraucherzentren im Süden zu bringen.

Mögliche Einbußen für Natur und Tourismus

Seit Jahren gibt es in Südthüringen und Franken Widerstand gegen den geplanten Bau der Leitung. Befürchtet werden schwere Eingriffe in die Landschaft des Thüringer Waldes und Einbußen im Tourismus.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Selbst Strom produzieren mit Energiegenossenschaften

    Selbst Strom produzieren und sich dabei mit anderen Leuten zusammentun: Die Energiewende ermöglicht wie nie zuvor die Teilhabe der Bürger an Projekten vor Ort. In Thüringen werden jetzt Energieberater, Architekten und Mitarbeiter von Umweltverbänden zu Projektentwicklern für Energiegenossenschaften ausgebildet.

  • Strom sparen

    Weiteres Pumpspeicherwerk in Thüringen erwogen

    Im Freistaat könnte in den kommenden Jahren ein weiteres Pumpspeicherkraftwerk gebaut werden. Dafür solle die bereits vorhandene Talsperre Schmalwasser bei Tambach-Dietharz genutzt werden, hieß es am Donnerstag. Insgesamt gibt es bereits 30 solcher Kraftwerke in Deutschland.

  • Strompreise

    Machnig will "transparentes Verfahren" zur Starkstromtrasse

    Im Streit um den Bau einer Starkstromtrasse durch den Thüringer Wald hat Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) ein "transparentes Verfahren" angekündigt. Die Trasse soll laut Vattenfall in erster Linie dazu dienen, Windkraftstrom aus dem Norden in den Süden zu bringen.

  • Energieversorung

    Gutachten: Deutsche Netz AG mit Staatsbeteiligung sinnvoll

    Die Zusammenführung der vier Strom-Übertragungsnetze in eine bundesweite Netzgesellschaft unter Beteiligung des Staates ist einer Studie zufolge volkswirtschaftlich sinnvoll. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebenes Gutachten, wie das Ministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte.

  • Hochspannungsmasten

    Thüringen will heimische Solarindustrie stärken

    Die Landesregierung Thürningen hat eine Reihe neuer Maßnahmen zur Förderung der Solarindustrie angekündigt. In der zweiten Phase der 2007 gestarteten "Solarinitiative Thüringen" wolle der Freistaat vor allem für zusätzliche Investitionen sorgen und die Anwendung der Solartechnik unterstützen.

Top