Preisspirale

Wirtschaftsminister fürchtet weiter steigende Energiepreise

Als "Wettbewerbsbremsen" für Gewerbe und Industrie hat Thüringens Wirtschaftsminister Netznutzungsentgelte und Stromeinkaufspreise bezeichnet. Die Durchleitungspreise gehörten zu den höchsten in Europa. Verbraucher könnten bis zu fünf Milliarden Euro im Jahr sparen - wenn sich der Markt öffne.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) befürchtet weiter steigende Energiepreise. Die Erhöhungen von Netznutzungsentgelten und Stromeinkaufspreisen durch die Stromkonzerne seien "Wettbewerbsbremsen" für produzierendes Gewerbe und stromintensive Industrie, sagte Reinholz am Freitag im Erfurter Landtag. "Ein Ende dieser Preisspirale ist nicht abzusehen", beklagte der Minister.

Reinholz kritisierte zugleich die hohen Durchleitungspreise für Strom in Deutschland, die zu den höchsten in Europa gehörten und 40 bis 60 Prozent der Stromkosten ausmachten. Durch eine funktionierende Marktöffnung könnten die Bürger jährlich bis zu fünf Milliarden Euro an Energieausgaben sparen.

Laut Reinholz drohen einigen regionalen Energieversorgern Thüringens wegen hoher Preise förmliche Kartellverfahren. Nachdem das Wirtschaftsministerium in diesem Jahr bislang keine Strompreiserhöhungen genehmigt und gegen sieben Gasanbieter Kartellverfahren eröffnet habe, seien bislang nur mit vier betroffenen Unternehmen Einigungen erzielt worden.

Reinholz betonte, dass Energieeinsparung die wirtschaftlichste Strategie sei. Ein effizienter Umgang mit Energie erhöhe die Versorgungssicherheit und steigere die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Thüringen sehe sich zudem auch bei der Etablierung erneuerbarer Energien als Vorreiter. So erreiche der Freistaat inzwischen einen Anteil regenerativer Energieträger am gesamten Energieverbrauch von gut sieben Prozent, während dieser Wert bundesweit nur bei 3,2 Prozent liege.

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