Minus 4 Prozent

Wirtschaftskrise drückt Handelsvolumen an Energiebörse EEX

An der europäischen Energiebörse EEX ist das Handelsvolumen im ersten Halbjahr gesunken, zugleich sanken die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 17,7 Millionen Euro. Dieser Rückgang sei aber lediglich eine Delle im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und kein strukturelles Problem der Börse.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Leipzig (ddp.djn/red) - Das operative Ergebnis der EEX sank zufolge im ersten Halbjahr um eine Million auf 6,5 Millionen Euro. Die Strategie für die Zukunft könne nur in einer weiteren Internationalisierung und in weiteren Kooperationen liegen, kündigte EEX-Chef Hans-Bernd Menzel an.

Weniger Händler am Strom-Terminmarkt

In den vergangenen sechs Monaten hätten sich vor allem Händler aus der Finanzbranche vom Energiemarkt zurückgezogen, sagte Menzel weiter. Vor der Lehman-Pleite hätten diese Händler einen Anteil von knapp 50 Prozent am Strom-Terminmarkt der EEX gehabt, jetzt seien es noch zwischen 30 und 40 Prozent. Gleichzeitig hätten sich zwar mehr Energiehändler an der EEX angemeldet, unterm Strich aber habe dies die Verluste beim Handelsvolumen nicht ausgleichen können. Ende Juni zählte die EEX nach eigenen Angaben 230 Teilnehmer, ein Jahr zuvor waren es 208.

CO2-Zertifikatehandel nicht erfolgreich

Überhaupt nicht zufrieden ist die EEX mit der Entwicklung des CO2-Marktes. "Wir sind hier nicht erfolgreich", sagte EEX-Finanzvorstand Iris Weidinger. Die Börse werde ihr Konzept überdenken müssen. Der Terminmarkt habe sich auf 14 Millionen Tonnen fast halbiert. Beim Gas sei europaweit die Liberalisierung noch nicht weit genug vorangeschritten. Hier müsse die EU ihre Hausaufgaben machen, sagte EEX-Chef Menzel.

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