Engere Zusammenarbeit

Wintershall und Gazprom erschließen russisches Gasfeld

Im Beisein des Präsidenten der Russischen Föderation, Vladimir Putin, und Bundeskanzler Gerhard Schröder unterzeichneten die Vorstandsvorsitzenden von Wintershall und Gazprom, Dr. Jürgen Hambrecht und Alexej Miller, heute in Hannover eine Grundsatzvereinbarung zum Ausbau gemeinsamer Aktivitäten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf/Hannover (ddp-rps/red) - Die BASF-Tochter Wintershall und der russische Ölkonzern Gazprom wollen künftig enger zusammenarbeiten. Die Vorstandsvorsitzenden der beiden Unternehmen, Jürgen Hambrecht und Alexej Miller, unterzeichneten dazu heute auf der Hannover Messe eine Grundsatzvereinbarung zum Ausbau gemeinsamer Aktivitäten. An der Unterzeichnung nahmen auch der russische Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) teil.

Die bereits "hervorragende" Kooperation mit Gazprom bei Förderung, Transport und Vermarktung von Erdgas werde intensiviert, sagte Hambrecht. "Das bedeutet, wir sind Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Bohrloch in Sibirien bis zum Kunden in Europa", fügte er hinzu. Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" (Montagausgabe) berichtet, soll vor allem das Gasfeld Jushno Russkoje in Westsibirien gemeinsam erschlossen und genutzt werden.

Zudem wird sich Gazprom an dem mit der BASF-Tochter Wintershall bestehenden Gemeinschaftsunternehmen WINGAS stärker engagieren, wie die Unternehmen weiter mitteilten. Darüber hinaus werden sich die Partner gemeinsam am Bau der geplanten nordeuropäischen Pipeline NEGP durch die Ostsee beteiligen.

Laut "Handelsblatt" ist Gazprom seit längerem bemüht, seine Rolle bei der Vermarktung von russischem Erdgas im Westeuropa auszubauen. Die BASF wiederum werde das erste deutsche Unternehmen, das direkten Zugang zu den russischen Gasreserven erhält. Bundeskanzler Schröder dränge deutsche Energiefirmen seit langem, ihr Engagement in Russland zu verstärken, schreibt das Blatt weiter. Hintergrund sei vor allem die wachsende Abhängigkeit der Europäischen Union von russischen Gaslieferungen.

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