Bei Stromversorgern

Winterlicher Stromausfall: Bundesnetzagentur prüft Versäumnisse

Nach immer sind viele Menschen im Münsterland ohne Strom, der zuständige Energieversorger RWE arbeitet mit Hochdruck an zumindest einer provisorischen Stromversorgung. Die Bundesnetzagentur gab unterdessen bekannt, mögliche Versäumnisse der Versorger in diesem Zusammenhang zu überprüfen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Die Bundesnetzagentur wird nach den tagelangen Stromausfällen im Münsterland mögliche Versäumnisse bei den Versorgern überprüfen. Derzeit werde ein Schreiben erarbeitet, um sich von den Versorgern über die Geschehnisse in Nordrhein-Westfalen "im Detail informieren" zu lassen, sagte der Referatsleiter Energie bei der Bundesbehörde, Wolfgang Vedder, am Montag auf Anfrage in Bonn.

Die Stromversorger und Energieunternehmen seien verpflichtet, größere Störungen in ihrem Netz an die Bundesnetzagentur in Bonn zu melden, hieß es weiter. Sollte die Netzagentur feststellen, dass Versäumnisse bei den Energieversorgern zu der Störung geführt haben, könne sie gegebenenfalls regelnd eingreifen. Ein unmittelbares Vorgehen der Behörde in Krisenfällen sei allerdings nicht vorgesehen, betonte Vedder.

Die Bundesnetzagentur besitzt als oberste Bundesbehörde zur Durchsetzung der Regulierungsziele auch Informations- und Untersuchungsrechte sowie abgestufte Sanktionsmöglichkeiten.

RWE hat Schadensersatzzahlungen wegen des Stromausfalls im Münsterland unterdessen ausgeschlossen. Diese seien nur möglich, wenn Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorliege, sagte RWE-Sprecher Sebastian Ackermann am Montag auf ddp-Anfrage. Beides sei nicht gegeben. Die Stromausfälle seien vielmehr wegen der Witterung und daher aufgrund von höherer Gewalt entstanden.

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