Ab 1. Mai 2017

WinSIM erhöht Preise für Bestandskunden

WinSIM erhöht die Preise für viele Bestandskunden ab 1. Mai 2017. Teilweise werden die Tarife um bis zu 50 Prozent teurer. Betroffene Kunden haben ein Widerspruchsrecht, allerdings behält WinSIM sich in dem Fall die Kündigung vor.

winSIM© Drillisch Online AG

Maintal – Bestandskunden des zu Drillisch gehörenden Mobilfunk-Discounters winSIM (www.winsim.de) sind verärgert. Ab 1. Mai erhöht winSIM die Preise für etliche Tarife von Bestandskunden mit Laufzeit oder monatlicher Kündbarkeit um 1 bis 2 Euro monatlich. Das Unternehmen hat die betroffenen Kunden sechs Wochen vor Inkrafttreten per E-Mail und SMS angeschrieben und begründet die Verteuerung unter anderem mit erhöhten Energiekosten.

Stellungnahme von winSIM

Aber auch der Wegfall der Roaming-Entgelte ab dem 15. Juni 2017 wird zumindest vom Kundensupport als Grund genannt. Auf Anfrage eines Kunden auf der Facebook-Seite von winSIM antwortete ein Kundendienstmitarbeiter: "Die Nutzung deiner SIM-Karte im Ausland ist für uns daher teurer als in Deutschland. Zusätzlich fallen die Roaminggebühren für dich nicht mehr an, wir müssen diese jedoch weiterhin begleichen. Hier mussten wir daher entsprechend reagieren." Gegenüber "Spiegel Online" hatte Drillisch erklärt: "Die Preiserhöhung steht in keinem kausalen Zusammenhang mit den Erhöhungen".

Auf Anfrage unserer Redaktion erläuterte ein Drillisch-Sprecher: "Drillisch überprüft fortlaufend seine Prozesse und passt seine Preis-Leistung den Marktgegebenheiten an. Das ist ein normaler Vorgang, in diesem Zusammenhang kommt es jetzt bei winSIM-Bestandskunden zu einer Preisanpassung." Doch auch nach der Preiserhöhung seien Kunden bei winSIM weiter gut aufgehoben: "Wir können aber garantieren, dass auch nach dieser Preisanpassung winSIM Kunden, das beste Angebot im Markt vorfinden und auch nicht schlechter gestellt werden als Neukunden", so der Sprecher.

Kunden können Widerspruch einlegen - winSIM behält sich Kündigung vor

WinSIM bot bislang unter anderem einen Tarif für 3,99 Euro pro Monat an, der sich beispielsweise ab Mai um 2 Euro auf 5,99 Euro verteuert. Das entspricht einer Preiserhöhung um rund 50 Prozent. "Kunden, die die Preisanpassung nicht wünschen, haben natürlich das Recht, dieser zu widersprechen", bestätigt Drillisch. Ein Widerruf könne bis zum 30. April 2017 online in der Servicewelt hinterlegt werden. Der Vertrag laufe dann wie gewohnt weiter, winSIM behalte sich seinerseits jedoch eine Kündigung vor. Bei Verträgen ohne Laufzeit kann winSIM den Kunden somit monatlich kündigen. Nutzen Kunden einen Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten, so kann winSIM den Vertrag jedoch erst zum Ende der regulären Laufzeit kündigen.

Kunden ohne Verständnis für Begründung der Preiserhöhung

Für betroffene Kunden ist das Vorgehen von winSIM in der Tat ärgerlich und auch die Begründung erstaunt. Ein Kunde erklärt auf Facebook, dass er erst kürzlich zu winSIM gewechselt sei und ihm Kosten für die Mitnahme der alten Rufnummer entstanden seien. Bei einem erneuten Wechsel des Anbieters würden erneut Portierungskosten anfallen. Ein anderer Kunde kritisiert, dass winSIM bei gesunkenen Energiekosten die Tarife nicht nach unten angepasst habe.

In den AGB von winSIM findet sich der Passus, dass Preise geändert werden dürfen, "soweit der Kunde durch die Änderung nicht schlechter gestellt wird". Eine Preisanpassung sei auch erlaubt, wenn dies "zur Anpassung an Entwicklungen, insbesondere technische, rechtliche oder regulatorische Veränderungen, erforderlich ist, welche bei Abschluss des Vertrages nicht sicher vorhersehbar waren und deren Nichtberücksichtigung die Ausgewogenheit des Vertrages merklich stören würde". Kunden kritisieren, dass der EU-Beschluss zum Wegfall der Roaming-Entgelte schon lange bekannt gewesen sei.

Noch ist unklar, ob Drillisch auch bei seinen zahlreichen anderen Mobilfunkmarken entsprechende Preiserhöhungen vornehmen wird.

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