"Nicht nachvollziehbar"

Wingas will gegen Entscheid zu Ferngasnetzen klagen

Der Kasseler Gasversorger Wingas will beim Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) gegen die jüngste Regulierungsentscheidung zum Ferngaswettbewerb einreichen. Man halte die Entscheidung der Bundesnetzagentur, dass es zwischen deutschen Ferngasleitungen und europäischen Leitungen keinen Wettbewerb geben soll, "für nicht nachvollziehbar".

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Kassel (ddp-hes/sm) - Dies sagte der Geschäftsführer der Tochterfirma Wingas Transport, Ingo Neubert, der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Die überregionalen Ferngas-Pipelines waren bisher von der Regulierung ausgenommen. Die Bundesnetzagentur hatte jedoch angekündigt, diese Netze künftig in ihre Kostenüberprüfungen mit einzubeziehen.

Nun müssen die Unternehmen - unter ihnen neben Wingas Transport auch die Gasnetz-Töchter von Gasunie Deutschland, E.ON und RWE - innerhalb von zwei Monaten ihre Unterlagen offenlegen. Ab 2010 werden sie dann in die sogenannte Anreizregulierung einbezogen, die für die übrigen Netzbetreiber bereits im Jahr 2009 startet.

Neubert sagte, er sei zuversichtlich, auch das OLG Düsseldorf zu überzeugen. Wingas Transport verfügt über ein 2000 Kilometer langes Gasleitungsnetz mit einer jährlichen Durchleitungskapazität von 30 Milliarden Kubikmetern. Demnächst kommen noch die Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) und Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) hinzu. Die 1993 gegründete Wingas ist ein Gemeinschaftsunternehmen der BASF-Tochter Wintershall und der OAO Gazprom mit Sitz in Kassel.

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