Gaspreise, die Zweite

Wingas bestreitet Erhöhung um 15 Prozent / Verband: Anpassung notwendig

Während die BASF-Tochter Wingas heute auf Anfrage Gaspreiserhöhungen um mindestens 15 Prozent dementierte, verteidigte der Bundsverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) grundsätzlich die Preiserhöhungen. Die Ölpreisbindung sei immerhin keine Einbahnstraße nach oben.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Kassel/Berlin (ddp/sm) - Die Entwicklung bei den Erdgaspreisen erregt weiter die Gemüter. Die BASF-Tochter Wingas plant einen Anstieg ihrer Gaspreise von "deutlich unter 15 Prozent", sagte ein Sprecher des Kasseler Versorgungsunternehmens am Freitag auf Anfrage, ohne jedoch genauere Angaben zu machen. Der Sprecher wandte sich damit gegen Medienmeldungen, in denen von einem 15-prozentigen Preisanstieg die Rede war. Unzutreffend sei auch, dass die Erhöhung zum Jahreswechsel komme. Die Preise stiegen grundsätzlich nicht zu einem Stichtag. Vielmehr sei dies Gegenstand individueller Verträge. Wingas beliefert vor allem Stadtwerke und Regionalversorger mit Erdgas.

Preisanpassungen werden in der Branche von den überregionalen Versorgern und Gasimporteuren mit einigem Zeitverzug anhand der Entwicklung des Ölpreises bemessen. Ob und in welchem Umfang diese Veränderungen auch voll an die Verbraucher weitergegeben werden, hängt dann von den jeweiligen regionalen Versorgern ab.

Der Bundsverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) verteidigte in Berlin unterdessen grundsätzlich die Preiserhöhungen. Wegen der Ölpreisentwicklung sei eine Anpassung bei Erdgas "in den nächsten Monaten" notwendig. Sie erfolge vor dem Hintergrund generell steigender Preise auf den Energiemärkten. Die Ölpreisbindung sei aber keine Einbahnstraße nach oben, betonte BGW-Präsident Uwe Steckert. Wenn die Ölpreise fallen, fielen auch wieder die Gaspreise.

Wegen jüngster Gaspreiserhöhungen hat das Bundeskartellamt angekündigt, die Entwicklung bei mehreren regionalen Gasversorgern unter die Lupe zu nehmen. Die Wettbewerbshüter wollen prüfen, ob Unternehmen ihre marktbeherrschende Stellung bei der Preisgestaltung ausnutzen. Sollte sich der Verdacht erhärten, könnte die Behörde im nächsten Schritt förmliche Missbrauchsverfahren einleiten. Ferngasunternehmen wie Ruhrgas, Wingas und die ostdeutsche Verbundnetz Gas AG sind davon aber nicht betroffen.

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