Regelungen

Windkraftbranche droht mit Abwanderung ins Ausland

Die deutsche Windenergiebranche droht mit Abwanderungen ins Ausland. Der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), Hermann Albers, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", vor allem die Höhen- und Abstandsregelungen der Länder behinderten die Entwicklung neuer Anlagen zur Serienreife. Auch der Klimaschutz werde so ausgebremst.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - "Wir dürfen nicht das Schaufenster deutscher Markt vergessen", mahnte Albers. So sei es fast nicht möglich gewesen, die von vier Firmen zeitgleich entwickelten Anlagen der 5- bis 6-Megawatt-Klasse in Deutschland zu bauen. "Wenn die Rahmenbedingungen nicht gut genug sind, gibt es keinen Grund, die Produktion in Deutschland zu behalten", sagte Albers.

Branche beklagt Fachkräftemangel

Er forderte eine unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung für ausländische Fachkräfte. Die zeitlich limitierte Arbeitserlaubnis halte viele Experten von einem Wechsel nach Deutschland ab. Die Windenergiebranche werde in Zukunft unter dem akuten Ingenieursmangel in Deutschland leiden. Erste auf die Windenergietechnik ausgerichtete Studiengänge in Stuttgart, Oldenburg und Flensburg könnten den Bedarf an Fachkräften nicht decken.

Weltweit seien im vergangenen Jahr Anlagen mit einer Gesamtleistung von 20.000 Megawatt installiert worden, sagte Albers. Dieser Wert werde 2010 auf 40.000 Megawatt steigen. Bis 2020 könne sich die weltweit installierte Leistung verzehnfachen. Im Länderranking werde Deutschland voraussichtlich im kommenden Jahr den Titel des Windkraftweltmeisters an die USA verlieren, die dann die hierzulande installierte Gesamtleistung von rund 23.000 Megawatt übertreffen würden.

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