Folgen des Winters

Windkraftanlagen-Neubau bleibt hinter Erwartungen zurück

Im ersten Halbjahr sind hierzulande weniger Windkraftanlagen gebaut worden als ursprünglich geplant. Schuld sei der ungewöhnlich lange und strenge Winter, der viele Bauprojekte verzögert habe. Die Neubauzahlen aus dem vergangenen Jahr würden aller Voraussicht nach nicht erreicht.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Das teilten der Bundesverband Windenergie und die Spartenabteilung Power Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag mit. In den ersten sechs Monaten des Jahres seien hierzulande 332 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 660 Megawatt installiert worden. Damit stehen in Deutschland nun rund 21.300 Anlagen mit einer Leistung von rund 26,4 Gigawatt oder 26.400 Megawatt. Das entspricht etwa der Leistung von 18 Atomkraftwerken.

Die Windrad-Hersteller gingen davon aus, dass die Neubauzahlen des Vorjahres 2010 nicht mehr ganz erreicht werden könnten, erklärte der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers. Für die Zukunft sei die Branche wegen geplanter zusätzlicher Flächenausweisungen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg aber optimistisch. Außerdem werde der Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen hin zu einer windkraftfreundlichen rot-grünen Landesregierung und der Aufbau von Offshore-Windparks auf Nord- und Ostsee weitere Impulse setzen.

Auch der Windenergie-Weltmarkt wird nach Einschätzung der Branchenverbände in diesem Jahr einen leichten Rückgang erleben. Das sei im Wesentlichen auf den Einbruch bei den Neu-Installationszahlen in den USA zurückzuführen, erklärte der Geschäftsführer von VDMA Power Systems, Thorsten Herdan. Dort seien im ersten Halbjahr nur Anlagen mit einer Leistung von 1300 Megawatt ans Netz gegangen. In den USA würden 2010 wahrscheinlich nur halb so viele neue Anlagen installiert wie im Vorjahr. 2011 werde das Weltmarktvolumen nach seiner Einschätzung aber wieder deutlich wachsen.

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