Bei Emden

Windkraftanlage soll Meerwasser entsalzen

Der Windanlagenhersteller Enercon will ein Windkraftrad entwickeln, das sowohl Strom erzeugen als auch Meerwasser entsalzen kann. Zum Einsatz in der Emsmündung bei Emden etwa 100 Meter vom Ufer entfernt kommt ein 160 Meter hohes Enercon-Windrad E 112 mit einer Leistung von 4,5 Megawatt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Emden (ddp-nrd/sm) - Das Unternehmen Enercon will ein Windkraftrad mit einer Anlage zur Entsalzung von Meerwasser kombinieren. Das Projekt soll in der Emsmündung bei Emden etwa 100 Meter vom Ufer entfernt realisiert werden, sagte Enercon-Sprecher Michael Dahm am Dienstag auf ddp-Anfrage in Aurich. Die Genehmigung liege bereits vor. Der Baubeginn sei noch nicht terminiert.

Mit der Planung für die bundesweit einzigartige Anlage sei die Emder Ingenieurgesellschaft für Energieprojekte (IfE) beauftragt worden, sagte Dahm. Die Erfahrungen sollten auch Erkenntnisse für den Bau von Windkraftanlagen in der Nordsee liefern. Zum Einsatz komme ein 160 Meter hohes Enercon-Windrad E 112 mit einer Leistung von 4,5 Megawatt. Es kann nach Firmenangaben jährlich etwa 15 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, was einem Bedarf von 15 000 Menschen entspricht. Die Energie soll ins Stromnetz eingespeist und zudem für die Meerwasserentsalzungsanlage genutzt werden.

Die nach Firmenangaben erste Windkraftanlage in Deutschland auf "nassen Füßen" hatte Enercon im vergangenen Jahr ebenfalls in der Ems bei Emden errichtet. Eine weitere soll etwa 500 Meter vor der Nordseeküste von Hooksiel nördlich von Wilhelmshaven entstehen. Technische Probleme beim Einbringen des Fundaments in den Meeresboden hatten dort im April jedoch zum Abbruch der Arbeiten geführt. Die Prüfung der Fehlerursache dauere an, sagte der Enercon-Sprecher.

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