10 500 Windräder

Windkraft weiter im Aufwind: 7500 Megawatt Leistung installiert

Der Bundesverband WindEnergie hat aktuelle Zahlen zur in Deutschland installierten Windkraft vorgelegt. Die Gesamtkapazität beträgt mittlerweile 7500 Megawatt, womit etwa drei Prozent des deutschen Strombedarfs gedeckt werden können.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Windkraft entwickelt sich immer mehr zu einem festen Bestandteil des deutschen Energieversorgungssystems. Ende September waren bundesweit etwa 10 500 Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 7500 Megawatt installiert. Das ist in etwa ein Drittel der installierten Leistung aller deutschen Atomkraftwerke. "Während die Atomkraft allerdings nicht zuletzt durch die Terroranschläge in den USA sowie das schlampige Betriebsverhalten am Kernkraftwerk Philippsburg weiter an Akzeptanz verliert, bietet sich die Windkraft immer mehr als Alternative in einem dezentral strukturierten Energienetzwerk an", bewertet Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), die neue Aufstellungsstatistik.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres gingen bundesweit 1115 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1399 Megawatt neu ans Netz, fast 40 Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Die Gesamtkapazität erhöhte sich auf nahezu 7500 Megawatt, das sind 23 Prozent mehr als Ende des vergangenen Jahres. Die bundesweit installierten Anlagen können damit in einem normalen Windjahr knapp drei Prozent des deutschen Strombedarfs decken. Der BWE erwartet für dieses Jahr einen ungebrochenen Boom der Windenergie: Die neu installierte Windkraft-Leistung wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach erstmals die 2000-Megawatt-Schwelle überschreiten. Die Windkraft würde dann mit einer Gesamtleistung von über 8000 Megawatt einen unverzichtbaren und weiter steigenden Beitrag zum Klimaschutz leisten: "Bei gleich bleibender Dynamik des Windkraft-Ausbaus könnten bis zum Jahr 2005 an die 20 Millionen Tonnen Kohlendioxid allein durch die Nutzung des Windes eingespart werden." Das wäre gut ein Viertel der von der Bundesregierung im gleichen Zeitraum anvisierten 80 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Reduktion.

Der Ausbau der Windkraft sei jedoch nicht nur aus umwelt- und klimaschutzpolitischen Gründen dringend erforderlich. Die saubere Energie "Wind" bringe auch neue Impulse für den Arbeitsmarkt, so Ahmels weiter. Derzeit sind in der Branche fast 35 000 Menschen beschäftigt. Durch den geplanten Bau von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee könnten allein in Niedersachsen 25 000 neue Jobs entstehen; hinzu kämen weitere 4000 Stellen für Wartung und Betrieb. Bei der regionalen Verteilung der Windkraft-Leistung in Deutschland bleibt Niedersachsen mit knapp 400 Megawatt neu installierter Leistung im Jahr 2001 weiterhin vor Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen das Windland Nummer eins. Zwischen Harz und Nordsee drehten sich Ende Juni 2854 Anlagen mit 2147 Megawatt. Niedersachsen ist damit das erste Bundesland, das die 2000-Megawatt-Schwelle überschritten hat. Die Windkraft deckt fast 8,5 Prozent des niedersächsischen Strombedarfs. „Unser Ziel, bis 2005 Windkraft-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2060 Megawatt zu installieren, haben wir in Niedersachsen jetzt selber getoppt“, sagte Umweltminister Wolfgang Jüttner stolz. „Für eine moderne, zukunftsgerichtete Energiepolitik ist Windkraft ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein.“

Den größten Windstrom-Anteil gibt es bundesweit allerdings in Schleswig-Holstein: Dort können die insgesamt 2230 Anlagen mit 1407 Megawatt mittlerweile etwa 25 Prozent des Strombedarfs decken. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern mit knapp 17 Prozent (773 Anlagen / 545 Megawatt) und Sachsen-Anhalt mit über neun Prozent (682 Anlagen / 654 Megawatt). Marktführer in den ersten neun Monaten dieses Jahres ist das Auricher Unternehmen Enercon mit einem Anteil von 36,2 Prozent an der neu installierten Leistung. In der Hersteller-Rangliste folgen die Unternehmen Vestas Deutschland GmbH aus Husum (Marktanteil: 17,7 Prozent), Nordex AG aus Hamburg (10,2 Prozent), Enron Wind aus Salzbergen (9,6 Prozent) und die NEG Micon Deutschland GmbH aus Ostenfeld (neun Prozent). Der Umsatz der Branche betrug im vergangenen Jahr annähernd vier Milliarden Mark.

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