Wegen Exportgeschäft

Windkraft soll 6000 Arbeitsplätze schaffen

Die Windkraftbranche hat heute auf der Hannover Messe Bilanz gezogen und einen Ausblick gegeben. So rechnet Branchenverbandschef Ahmels mit 6000 neuen Arbeitsplätzen in diesem Jahr und einem weiter steigenden Exportanteil. Gleichzeitig forderte er den Abbau bürokratischer Hürden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/sm) - Die Windkraft-Branche will in diesem Jahr knapp 6000 Arbeitsplätze schaffen. Dies ist nach Angaben des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) vor allem dem Exportgeschäft zu verdanken.

"Der Exportanteil hat 2004 erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten und wird 2005 gut zwei Drittel des Umsatzes ausmachen", sagte BWE-Präsident Peter Ahmels heute auf der Hannover Messe. Zudem rechnet der Verband mit einer Umsatzsteigerung um zehn Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Unter den führenden Herstellern von Windkraftanlagen auf dem Weltmarkt befänden sich überwiegend deutsche Unternehmen.

Nach BWE-Angaben betrug der Umsatz mit deutschen Windrädern und in Deutschland hergestellten Komponenten im vergangenen Jahr etwa 4,8 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte habe dabei der Export ausgemacht. Etwa 61 000 Menschen seien in der Branche beschäftigt. "Die Inlandsinvestitionen werden 2005 jedoch wieder zurückgehen", prognostizierte Ahmels. Um wieder an Dynamik zu gewinnen, müssten erst bürokratische Hürden abgebaut werden. Wenn der deutsche Markt in den nächsten Jahren blockiert werde, könnten deutsche Hersteller Produktion und Entwicklung in wachstumsstarke Länder wie Spanien, die USA, Indien oder China verlegen.

Bis 2020 sollen sich die Windenergieleistung verdreifachen und die Stromproduktion aus Wind mehr als vervierfachen, hieß es. Bis dahin rechne die Branche mit 110 000 Beschäftigten.

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