Hochdramatische Situation

Windkraft in NRW laut NABU "fast ausgereizt"

Nach Einschätzung des Naturschutzbundes NABU ist der Ausbau der Windkraft in Nordrhein-Westfalen schon weitgehend ausgereizt. Viele Kommunen hätten bereits Vorrangzonen zum Bau der Anlagen ausgewiesen. Darüber hinaus werde es schwierig, weitere Zonen zu erschließen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw) - Der Naturschutzbund (NABU) rechnet nicht mit einem weiteren deutlichen Ausbau von Windkraftanlagen in NRW. Die Windkraft sei im Land "fast ausgereizt", sagte Landesvorsitzender Josef Tumbrinck am Montag in Düsseldorf. Viele Kommunen hätten bereits Vorrangzonen zum Bau der Anlagen ausgewiesen. Darüber hinaus werde es schwierig, weitere Zonen zu erschließen. Statt eines Zubaus werde es daher eher zu einem Austausch alter Anlagen durch wenige effektivere geben.

Der NABU drängt derweil weiter auf ein zügiges Aus für den Steinkohleabbau unter dem Rhein bei Walsum. Die von dem Bergbau- und Chemiekonzern RAG geplante Schließung des Bergwerks bis Anfang 2009 gehe nicht schnell genug, mahnte Tumbrinck. Bis dahin werde insbesondere in den Bereichen abgebaut, die durch Hochwasser gefährdet seien. Wenn das Absinken der Deiche mit einer Hochwasserlage zusammentreffen, entstehe eine "hochdramatische und gefährliche" Situation, warnte der NABU-Landesvorsitzende. Von möglichen Überflutungen seien bis zu 40 000 Anwohner betroffen.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Gerhard Papke, kritisierte, dem NABU fehle offenbar der Mut, in NRW aktiv gegen "die fortschreitende Umweltzerstörung durch Windindustrieanlagen aufzutreten". Im vergangenen Jahr seien 154 neue Anlagen in NRW errichtet worden. Nach Angaben der rot-grünen Landesregierung könnten allein in den derzeitigen Windkraftvorrangzonen noch über 1000 zusätzliche Windräder errichtet werden. Vom Ende des "Windkraftwahns" in NRW könne also gar keine Rede sein.

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