Anhaltender Boom

Windkraft in Deutschland 2002: 1000 Megawatt in den ersten sechs Monaten

Wenn sich die Windkraft in den kommenden Jahren so rasant weiter entwickelt, könnte Deutschland im Jahr 2010 zehn Prozent des benötigten Stroms aus Windkraft erzeugen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden mehr als 820 Windräder errichtet. Niedersachsen bleibt dabei weiterhin Windenergieland Nummer eins.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Windkraft hat sich im ersten Halbjahr 2002 bundesweit so rasant wie nie zuvor entwickelt. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 828 Windräder mit einer Gesamtleistung von 1.087,7 Megawatt neu errichtet. Gemessen an dem Zubau im ersten Halbjahr des bisherigen Rekordjahres 2001 entspricht dies einem Zuwachs um etwa 34 Prozent.

Ende Juni 2002 waren damit bundesweit nahezu 12 250 Windräder mit einer Gesamtleistung von etwa 9840 Megawatt installiert. "Voraussichtlich noch im Juli werden wir das Erreichen des 10 000-Megawatt-Wertes feiern können – ein neuer Meilenstein in der modernen Windkraft-Nutzung", freut sich Dr. Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE). "Mit der zurzeit installierten Leistung lassen sich in einem normalen Windjahr über 3,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken." Bei gleicher Ausbaudynamik in den nächsten Monaten wird der Windstrom-Anteil an der Stromerzeugung Ende des Jahres bei über vier Prozent liegen.

Bis zum Jahr 2010 erwartet der BWE eine installierte Windkraft-Leistung von über 22 500 Megawatt in Deutschland, darunter auch die ersten Offshore-Projekte. "Mit geringen Einsparungen im Stromverbrauch kämen wir dann auf einen Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung von rund zehn Prozent", rechnet Ahmels vor. Bei der regionalen Verteilung der Windkraft-Leistung in Deutschland im Jahr 2002 bleibt Niedersachsen mit rund 300 Megawatt neu installierter Leistung weiterhin das Windland Nummer eins. Zwischen Harz und Nordsee drehten sich Ende Juni rund 3.50 Anlagen (2727 Megawatt). Die Windkraft kann damit mittlerweile rund elf Prozent des niedersächsischen Strombedarfs decken. Den größten Windstrom-Anteil gibt es bundesweit allerdings in Schleswig-Holstein: Dort können die insgesamt 2400 Anlagen (1630 Megawatt) mittlerweile über 25 Prozent des Strombedarfs decken.

Marktführer im ersten Halbjahr 2002 ist das Auricher Windkraft-Unternehmen Enercon mit einem Anteil von 46,1 Prozent an der neu installierten Leistung. In der Hersteller-Rangliste folgen die Firmen GE Wind Energy aus Salzbergen (Marktanteil: 14,4 Prozent) und die Vestas Deutschland GmbH aus Husum (10,5 Prozent). Der Umsatz der Branche wird in diesem Jahr schätzungsweise bei über 3,5 Milliarden Euro liegen.

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