Wirtschaftskrise

Windkraft-Branche rechnet nach 2010 wieder mit Wachstum

Auch die Windkraft-Branche leidet unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise. Nach einem starken Wachstum in den vergangenen Jahren erwarten die Unternehmen der Windindustrie in diesem Jahr kein Wachstum, erklärte Thorsten Herdan, Geschäftsführer Power Systems beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Weltmarkt werde 2009 "eine Verschnaufpause einlegen, um 2010 wieder mit einer Wachstumsrate von bis zu zehn Prozent aufwarten zu können", erklärte Herdan. Die internationalen Märkte seien weiter intakt, bei künftigen Projekten stehe auch die Finanzierung.

800 MW Zuwachs im ersten Halbjahr

In Deutschland entstanden nach Angaben des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) im ersten Halbjahr 401 Windenergieanlagen mit rund 800 Megawatt Gesamtleistung. Dies waren ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Insgesamt waren Ende Juni 20.674 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 24.700 Megawatt in Deutschland installiert. Bis Jahresende will die Branche die Menge der neu installierten Leistung auf 2000 Megawatt erhöhen - das wären 300 Megawatt mehr als in den beiden Vorjahren. 2010 ist nach den Branchenangaben der Neubau von Anlagen mit insgesamt 2500 Megawatt Leistung realistisch.

Windenergie-Markt wächst 2009 erstmals nicht

Der Weltmarkt wird dieses Jahr laut VDMA erstmals seit Jahren nicht mehr wachsen. Der Branchenverband rechnet mit einer neu installierten Leistung von 27.000 Megawatt, im vergangenen Jahr waren es 27.056 Megawatt. Für 2010 werden dann wieder rund 29.000 Megawatt erwartet. In den einzelnden Ländern ist die Entwicklung dabei unterschiedlich: Der US-Markt wird der Prognose zufolge aufgrund der Finanzkrise in diesem Jahr um bis zu 30 Prozent schrumpfen. China lege dagegen deutlich zu. In der EU gebe es weiter Wachstum, neben Deutschland und Spanien hätten sich Italien, Großbritannien und Frankreich als Milliardenmärkte etabliert. Die deutschen Windanlagenbauer sind zu 80 Prozent vom Export abhängig.

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