Verabschiedung heute

Windbranche muss bei dena-Studie nachgeben

Heute berät die Projektsteuerungsgruppe abschließend über die dena-Studie zu den Konsequenzen des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, die schon vor Veröffentlichung für viel Wirbel sorgte. Obwohl die Studie heute vermutlich verabschiedet wird, zeigt sich die Windenergiebranche enttäuscht.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Windenergiebranche hat in der dena-Studie zum Ausbau der Windkraft weit weniger Änderungen durchsetzen können, als sie sich erhofft hatte. Auch über die endgültige Fassung der Studie müsse man sich "teilweise sehr ärgern", sagte ein Windlobbyist dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe).

So hieß es in der alten Fassung der Studie, dass Offshore-Windanlagen bis 2015 eine Leistung von zwei bis drei Gigawatt haben "sollen" - daraus wurde nun lediglich "könnten". An anderer Stelle wurde aus dem "industriepolitischen Aspekt" der Windenergie eine "industriepolitische Bedeutung".

In einem anderen Punkt erreichte die Windindustrie nur, dass aus einer konkreten Aussage eine vage wurde: Würden sich die politischen Rahmenbedingungen ändern, könnte sich der Ausbau aller erneuerbaren Energien auf 20 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2015 "zeitlich verschieben", heißt es in der Schlussfassung. Bisher war die Rede von einer Verzögerung "bis 2020".

Dennoch will die Branche der Studie in der abschließenden Sitzung der Projektsteuerungsgruppe an diesem Mittwoch zustimmen. "An uns wird es nicht scheitern", hieß es in Windkraftkreisen.

Auch Michaele Hustedt, energiepolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sich die Auftragsgeber im zweiten Anlauf einigen konnten. "Die Studie zeigt, dass die aufgezeigten Probleme sich im Rahmen eines normalen Strukturwandels bewegen. Wenn aus jedem normalen Strukturwandel solch ein Drama gemacht wird, stände es schlecht um den Standort Deutschland."

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