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Windbranche: Export und Offshore als Zukunftsperspektiven

Im vergangenen Jahr konnten etwa vier Millionen Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden, der zuvor aus Windkraft gewonnen wurde. Dabei beschäftigt die Branche 35 000 Menschen und erwirtschaftete einen Umsatz von drei Milliarden Euro.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Spielte die Windenergie vor zehn Jahren noch eine Außenseiterrolle im Energiegeschäft, nimmt sie mittlerweile ein immer größeres Gewicht ein. Im vergangenen Jahr wurden 2079 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 2659 Megawatt neu installiert. Damit waren Ende 2001 bundesweit 11 438 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 8753 Megawatt in Betrieb.

"Mit der Windenergie konnten somit etwa vier Millionen Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. Erstmals ist es nun möglich, mehr als drei Prozent des deutschen Stromverbrauches durch Windenergie zu erzeugen", bilanzierte Jens-Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts. Mit 35 000 Beschäftigten und einem Umsatz von etwa drei Milliarden Euro stellt die deutsche Windindustrie zudem mittlerweile einen bedeutenden Wirtschaftszweig dar. "Es zeigt sich wieder einmal mehr, dass die Bundesregierung mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz den richtigen Weg eingeschlagen hat", fügte Thorsten Herdan, Geschäftsführer im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) an. Die Exportquote lag in 2001 anlagenbezogenen bei etwa 20 Prozent, wobei einige Unternehmen bereits die 50 Prozent-Marke überschritten hätten. "In fünf Jahren werden die deutschen Anlagenhersteller eine durchschnittliche Exportquote von 60 bis 70 Prozent aufweisen können", betonte Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Repower Systems AG. Die Hauptexportmärkte lägen nach wie vor noch in Europa, wenngleich in den letzten drei Jahren die Aufstellungszahlen auch in außereuropäischen Ländern angestiegen sind.

Ein weiteres großes Marktpotenzial liegt nach VDMA-Angaben im Offshore-Bereich. Hier betrete die Branche technologisches Neuland. Gemeinsam mit der Politik müssten die Weichen gestellt werden. "Beispielsweise ist zu überlegen, ob der Aufbau des Offshore-Stromnetzes nicht als hoheitliche Aufgabe anzusehen ist", betonte Norbert Giese, Geschäftsführer der AN-Windenergie GmbH und Vorsitzender der Windenergiebranche im VDMA. Die neuesten technischen Entwicklungen sowie die Planungen für die Zukunft werden dieses Jahr auf der internationalen Windmesse, der WindEnergy in Hamburg präsentiert, die erstmalig vom 18. bis 21. Juni 2002 stattfinden wird.

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