Konsolidierungskurs

Windanlagenhersteller Nordex korrigiert Prognosen nach unten

Das EBIT des Windanlagenherstellers Nordes ist im Halbjahr durch sinkende Nachfrage belastet. Hinzu kommt ein hoher außerordentlicher Aufwand für Risikorückstellungen. Jetzt hat das Management drastische Maßnahmen ergriffen, um die Bilanz zu bereinigen. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat weiterhin Unterstützung zugesagt.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres verzeichnet der Rostocker Windanlagenhersteller Nordex AG ein deutlich rückläufiges Geschäftsvolumen. Die Gesamtleistung der Gesellschaft ging um knapp 14 Prozent auf 164 Millionen Euro zurück (Vorjahr 190 Millionen Euro). Insbesondere im traditionell schwachen zweiten Quartal (Januar bis März) brach die Gesamtleistung auf etwa 56 Millionen Euro ein (Vorjahr 94 Millionen Euro). Wesentlicher Grund für die schwache Geschäftsentwicklung ist die rückläufige Nachfrage für Windenergieanlagen, die sich auch im Neugeschäft spiegelt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 buchte Nordex mit 68 Millionen Euro Auftragseingang ein um etwa 62 Prozent geringeres Projektvolumen als im Vorjahr.

Zudem hat die Gesellschaft den Bau einzelner Windparks wegen ungeplant hoher Materialkosten mit Verlust abgeschlossen. Insgesamt beträgt der Halbjahresverlust vor Steuern und Zinsen 28,8 Millionen Euro. Darüber hinaus weist Nordex einen außerordentlichen Aufwand von knapp 37 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind Rückstellungen für Risiken aus Altprojekten sowie Aufwendungen für die Restrukturierung der Gesellschaft. Diese drastische Maßnahme ist Teil des Restrukturierungsprogramms, dass der neu zusammengesetzte Vorstand gemeinsam mit der Unternehmensberatung Roland Berger eingeleitet hat.

"Nordex hat hervorragende Produkte und eine starke Marktposition, aber zu lange wurde Wachstum vor Profitabilität gestellt. Um die Trendwende möglichst schnell zu erreichen, haben wir alles auf den Prüfstein gestellt", erläuterte Thomas Richterich, Nordex Finanzvorstand die aktuelle Situation. Wesentliche Ansatzpunkte der Neuausrichtung sind die Fokussierung auf Schlüsselmärkte, die Reorganisation der Geschäftsprozesse sowie umfassende Kostensenkungen. Erste Maßnahmen zur Kostenreduzierung hat Nordex wurden bereits umgesetzt, so dass die betrieblichen Aufwendungen um zwölf und der Personalaufwand ging um 2,8 Prozent gesenkt werden konnten.

Die Landesregierung im Mecklenburg-Vorpommern hat als Reaktion auf den Umsatzeinbrauch bei Nordex die weitere Unterstützung der Windkraft zugesagt. "Wir setzen auf die Windkraftindustrie und wir setzen auf Nordex", sagte Wirtschaftsminister Dr. Otto Ebnet. "Nordex ist als strukturbestimmendes Unternehmen unverzichtbar für die Region Rostock und die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern."

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