Greenpeace-Studie

Wind liefert günstigeren Strom als AKW Hinkley Point C

Gegen die Subventionierung des britischen AKW Hinkley Point C reichte Greenpeace 2015 Klage ein. Mit einer Studie will die Umweltschutzorganisation nun zeigen, dass es eine deutlich günstigere Möglichkeiten der Stromerzeugung gibt, die Strom mit Hilfe von erneuerbaren Energien produzieren würde.

Atomkraft© bluedesign / Fotolia.com

Hamburg (red) – Der britische Strombedarf lässt sich angeblich erheblich kostengünstiger durch Windenergie decken, als es mit dem geplanten Atomkraftwerk Hinkley Point C der Fall wäre. Das ist das Ergebnis einer vom deutschen Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy in Auftrag gegebenen Kurzstudie des Analyseinstituts Energy Brainpool. Bedingung für die niedrigeren Kosten sei eine Kombination mit der ökologischen Speichertechnik Windgas.

Windgas-Speichertechnik soll Einsparungen von 7 Milliarden bringen

Die Berliner Forscher haben dafür eine Stromversorgung aus neuen Windenergieanlagen, Gaskraftwerken und so genannten Windgasanlagen berechnet, die überschüssigen Windstrom in Wasserstoff umwandeln und somit speicherbar machen. Dieses System soll mindestens die gleiche Leistung und Versorgungssicherheit wie Hinkley Point C liefern, dabei aber rund sieben Milliarden Euro weniger kosten als die für das Atomkraftwerk geplanten Subventionen, die sich laut Berechnungen von Energy Brainpool auf bis zu 108 Milliarden Euro summieren.

Hintergrund: Hinkley Point C soll staatlich gefördert werden

Hinkley Point C soll 2025 ans Netz gehen. Die britische Regierung will mit dem geplanten Atomkraftwerk die Versorgungssicherheit des Landes sicherstellen und hat den AKW-Investoren eine garantierte Einspeisevergütung von umgerechnet 120,51 Euro für jede in Hinkley Point C produzierte Megawattstunde versprochen.

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