Preisbestandteile

Wie sich der Strompreis zusammensetzt

Die großen deutschen Energiekonzerne haben nach Ansicht des Bundeskartellamtes "Anreiz und Möglichkeiten", den Strompreis durch ihre Marktmacht im Strom-Großhandel missbräuchlich zu beeinflussen. Einkaufspreise machen etwa ein Drittel des Strompreises aus. Aus welchen Bestandteilen sich der Strompreis zusammensetzt:

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Der Einkauf von Strom macht etwa ein Drittel des Endpreises für den Verbraucher aus. Hinzu kommen eine ganze Reihe von Entgelten und Abgaben, die für jede Kilowattstunde fällig werden.

Stromeinkauf macht großen Teil des Strompreises aus

Der Stromeinkauf ist ein Preisbestandteil unter vielen, aber ein wichtiger Faktor für den Strompreis. Der Bundesverband der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (BDEW) gibt den Anteil für das erste Halbjahr 2010 mit rund 35 Prozent an, rechnet aber die Kosten für Service und Vertrieb mit ein. Ein Anhaltspunkt: 2006 machten Vertrieb und Service elf Prozent des Preises aus - die Beschaffung allein dürfte also etwa ein Viertel des Preises ausmachen. Der Einkaufspreis wird maßgeblich bestimmt von der Leipziger Strombörse, dem wichtigsten Handelsplatz in Europa.

Netzentgelte: Gebühren für die Nutzung der Stromnetze

21 Prozent des Strompreises machten zuletzt die Gebühren aus, die Versorger für die Durchleitung ihres Stroms bezahlen müssen, die sogenannten Netzentgelte. Vor wenigen Jahren standen diese Kosten noch für ein Drittel des Strompreises. Die Bundesnetzagentur bremste die Netzbetreiber aber aus und deckelte in den vergangenen Jahren die Preise, die sie von den Versorgern verlangen dürfen. Hinzu kommen laut Bundesnetzagentur Entgelte für Abrechnung und Messung.

Ökostrom-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien

2010 machten die Abgaben für erneuerbare Energien zuletzt rund zehn Prozent des Strompreises aus. Davon waren rund neun Prozent die sogenannte Erneuerbare-Energien-Umlage und ein Prozent die Förderung für Kraft-Wärme-Kopplung. Die EEG-Umlage ist zum Jahresbeginn nun deutlich gestiegen, womit auch ihr Anteil am Strompreis zugelegt haben dürfte. Genaue Zahlen gibt es dazu aber noch nicht.

Steuern und Abgaben beim Strompreis

Bei der Strompreis Zusammensetzung spielt auch der staatliche Anteil eine Rolle, die Steuern und Abgaben. Die Stromsteuer macht rund 8,6 Prozent am Strompreis aus. Dazu kommt die Mehrwertsteuer: Sie hat am Strompreis einen Anteil von 16 Prozent. Daneben muss eine sogenannte Konzessionsabgabe von sechs Prozent gezahlt werden. Diese geht an die Städte und Gemeinden für die Nutzung der Infrastruktur.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • Netzausbau

    Forscher: Netzkosten in Deutschland gerechter verteilen

    Die Netzkosten in Deutschland sollten gerechter verteilt werden, fordern die Forscher von Agora Energiewende. Konkret heißt das, die kosten sollten bundesweit einheitlich sein. Derzeit werden sie regional unterschiedlich berechnet.

  • Hochspannungsmasten

    Netzagentur kritisiert überzogene Preiserhöhungen

    Die deutlichen Preiserhöhungen einiger Stromversorger zum Jahreswechsel stoßen bei der Bundesnetzagentur auf Kritik. Behördenchef Matthias Kurth rief die Verbraucher dazu auf, ihre Tarife zu überprüfen und gegebenenfalls den Stromanbieter zu wechseln. Einige Preisforderungen seien deutlich überzogen, so Kurth.

  • Strom sparen

    Fast jeder zweite Haushalt muss mehr für Strom zahlen

    Für mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte wird die Stromrechnung im kommenden Jahr deutlich teurer. Knapp 350 Stromversorger erhöhen Anfang Dezember oder zum Jahreswechsel die Preise, darunter auch Vattenfall. In den nächsten Tagen könnten noch weitere Versorger hinzu kommen.

  • Hochspannungsleitung

    Industrie befürchtet Belastungen durch höhere Strompreise

    Industrieunternehmen würden durch Strompreiserhöhungen und nötige Investitionen zukünftig stärker belastet, so der VIK. Man wünscht sich mehr Unterstützung durch die Regierung. Die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sei zu begrüßen, da sie die Preise dämpfe und die Sicherheit der Versorgung stärke.

Top