Vor Erörterungstermin

Widerstand gegen Kohlekraftwerk Staudinger bekräftigt

Wenige Tage vor dem Erörterungstermin zum Raumordnungsverfahren für das Kohlekraftwerk Staudinger haben die Ausbaugegner ihr Nein bekräftigt. "Der Bau von Staudinger Block 6 wäre eine klima-, wirtschafts- und umweltpolitische Fehlentscheidung allerhöchster Stufe", so die Bürgerinitiative Stopp Staudinger, der BUND Hessen und die Landtagsfraktionen von Grünen und Linkspartei.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wiesbaden (ddp-hes/sm) - Unterstützung kam aus den Reihen der SPD. Die CDU mahnte die Gegner, von ihrer Verweigerungshaltung abzulassen. Die Gegner bemängeln die vom Betreiber E.ON eingereichten Gutachten, die "gravierende Fehler" aufwiesen und "falsche Argumente" anführten. Ein Sprecher der Bürgerinitiative forderte den Regierungspräsidenten auf, das Raumordnungsverfahren aus diesem Grund auszusetzen. BUND und Grüne wiesen daraufhin, dass erneuerbare Energieformen als Alternativen zum Ausbau des Kohlekraftwerks nicht genug in Betracht gezogen worden seien.

Die SPD forderte von E.ON eine Schadstoffreduzierung. "Die Region verträgt keine zusätzliche Schadstoffbelastung mehr, vor allem nicht durch ein weiteres Steinkohlekraftwerk dieser Größe", sagte der energiepolitische Fraktionssprecher, Manfred Görig. E.ON solle deshalb ein Konzept zur Wärmeauskopplung vorlegen.

Die CDU-Landtagsfraktion forderte die Grünen auf, von ihrer "Energieideologie" abzulassen. "Die doppelte Verweigerungshaltung zu Kohle und Kernenergie" ignoriere die Realität komplett, teilte ein Fraktionssprecher mit.

Die fünf Kraftwerksblöcke von Staudinger haben eine Gesamtleistung von 2000 Megawatt. Sie erzeugen etwa 5000 Gigawattstunden Strom pro Jahr. Block 5 liefert nach Angaben des Betreibers E.ON den größten Teil der Produktion. Der Kohleverbrauch liegt bei durchschnittlich zwei Millionen Tonnen im Jahr. Die Pläne von E.ON zur Erweiterung um einen sechsten Block sind heftig umstritten. Am Dienstag (24. März) ist der Auftakt zu dem länderübergreifenden Erörterungstermin.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Vattenfall

    Tschechische EPH-Gruppe übernimmt Vattenfall-Braunkohle

    Das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall geht an die tschechische Firmengruppe EPH. Die Tschechen erhalten dabei Gelder für die Rekultivierung in der Lausitz. Rund 8.000 Menschen arbeiten dort derzeit bei Vattenfall. Bis 2020 soll es keine betrieblichen Entlassungen geben.

  • Treibhausgase

    Förderung für Kohlemeiler soll verlängert werden

    Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen nun neben der Kohle-Reserve auch noch über das neue KWK-Gesetz gefördert werden. Das zumindest lässt eine Vereinbarung der Koalition verlauten. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor dem Hintergrund des Klimagipfels ein doppeltes Spiel vor.

  • Strom sparen

    Vattenfall baut Biomasse- statt Kohlekraftwerk in Berlin (Upd.)

    Nach monatelangen Protesten lenkt Vattenfall ein und verzichtet auf den Neubau des Steinkohlekraftwerks im Lichtenberger Ortsteil Rummelsburg. Das Unternehmen will dort nun zwei Biomasse-Kraftwerke errichten. In Betrieb gehen sollen sie voraussichtlich 2015/2016. Die Wirtschaft lobte den Kurswechsel als "Chance für den Standort".

  • Stromnetz Ausbau

    CCS-Gesetz: Überflüssig oder unverzichtbar?

    Nächste Woche will das Kabinett über den Entwurf eines Gesetzes zur Abscheidung und sicheren Speicherung von Kohlendioxid (CCS) entscheiden. Während die Umweltverbände Sturm laufen und die hergebrachten Strukturen gesichert sehen, halten es die energienahen Verbände BDI, VKU und DEBRIV für unverzichtbar.

  • Energieversorung

    Energiepolitik bleibt Streitthema in Hessen

    Die SPD hat die Energiepolitik der schwarz-gelben Landesregierung in Wiesbaden am Donnerstag scharf kritisiert. Vor allem beim Thema erneuerbare Energien müsse dringend nachgebessert werden. Die Energiepolitik war auch im Wahlkampf eines der beherrschenden Themen.

Top