Standortfaktor Versorgungssicherheit

Wettbewerbsregulierung: Stromnetzbetreiber fordern klare Rahmenbedingungen

Auf seiner Jahrestagung heute in Berlin forderte der Verband der Netzbetreiber von der Politik klare und wirtschaftlich angemessene Rahmenbedingungen für Investitionssicherheit. Die hohe Netzqualität in Deutschland sei ein Standortfaktor und dürfe daher nicht gefährdet werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Betreiber der deutschen Stromnetze wollen das hohe Maß an Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu angemessenen Konditionen gewährleisten. Dafür müsse die Politik klare und wirtschaftlich angemessene Rahmenbedingungen setzen, die Investitionssicherheit schaffen, erklärte Hans-Jürgen Ebeling, Präsident des Verbandes der Netzbetreiber (VDN) beim Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) heute bei einer Konferenz in Berlin.

"Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so wenige Stromausfälle. Das ist ein wichtiger Standortfaktor für die Bundesrepublik Deutschland", betonte Ebeling. Die hohe Netzqualität in Deutschland dürfe daher nicht gefährdet werden. Deshalb müsse das neue Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) dafür Sorge tragen, dass sich Investitionen in das Stromnetz weiter rechneten. Ebeling verwies in diesem Zusammenhang auf die besondere Bedeutung der Langfristigkeit von Investitionen in die Stromübertragungsnetze: "Unternehmen, die mit einem Investitionszyklus von 40 Jahren rechnen, reicht es nicht, wenn sie die Verzinsung des Kapitals in den kommenden zwei, maximal fünf Jahren kennen."

Besonders wichtig sei aber, dass die von der Bundesregierung zu erwartende Regelung keine neue Unsicherheit für die Netzbetreiber schaffe. Dies gelte sowohl für die angemessene Verzinsung des Eigenkapitals als auch für deren festgelegte Laufzeit. "Im Interesse der Stromkunden und der Volkswirtschaft wollen wir die hohe Netzqualität erhalten und hoffen, dass die Politik dabei mitzieht", erklärte Ebeling.

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