Mehr Auswahl

Wettbewerb auf dem Heizstrom-Markt wächst

Lange hatten Heizstrom-Kunden nicht viel Auswahl auf dem Markt und waren an den Grundversorger und dessen Preise gebunden. Das ist heute anders, wie eine Auswertung des Verbraucherportals Verivox zeigt: Der Heizstrom-Markt wächst und damit auch die Preisunterschiede.

Heizstrom© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Rund zwei Millionen Haushalte in Deutschland heizen mit Strom. Im Gegensatz zu früheren Jahren können auch diese Stromkunden mit besonders hohen Verbräuchen heute ihren Anbieter frei wählen. Eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox zeigt: Immer mehr Anbieter treten in den Markt ein. Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern wachsen.

Weiterhin hohes Preisniveau in der Grundversorgung

Auf Jahressicht haben sich die Preise für die meisten Heizstromkunden kaum verändert. Die durchschnittlichen Kosten für einen Jahresverbrauch von 7.500 kWh Wärmepumpenstrom sind in der Grundversorgung von 1.713 Euro im September 2014 auf aktuell 1.705 Euro gefallen. Das entspricht einer Preissenkung von 0,5 Prozent. Die Strompreise für Speicherheizungen haben sich im gleichen Zeitraum nicht bewegt. Die Kosten bei einem Verbrauch von 12.000 kWh betrugen 2014 im Schnitt 2.426 Euro, derzeit müssen Verbraucher 2.425 Euro im örtlichen Grundversorgungstarif bezahlen.

Große Preisunterschiede zwischen den Anbietern

Geöffnet hat sich die Preisschere zwischen den Anbietern. Für eine Speicherheizung beträgt der Preisunterschied zwischen der Grundversorgung und dem günstigsten Tarif derzeit durchschnittlich 360 Euro. Das entspricht einer Differenz von knapp 15 Prozent. Vor einem Jahr haben Verbraucher mit dem Wechsel des Anbieters 306 Euro gespart.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Wärmepumpentarifen. Die Differenz zwischen dem Grundversorgungstarif und dem günstigsten verfügbaren Angebot liegt aktuell bei durchschnittlich 391 Euro bzw. 23 Prozent – 2014 betrug sie 229 Euro.

Zahl der Heizstromanbieter um 50 Prozent gestiegen

In vielen Regionen können Kunden inzwischen aus einer zweistelligen Anzahl von Anbietern auswählen – in der Spitze sind es je nach Art der Wärmeerzeugung und des Stromzählers bis zu 35. Im Durchschnitt bieten pro Postleitzahlgebiet aktuell 18 Versorger Heizstromtarife an. Im Vergleich zu 2014 bedeutet das einen Anstieg um 50 Prozent. Bundesweit erhältlich sind die Tarife von 13 Versorgern. Vor einem Jahr waren es neun.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreiserhöhung

    Vergleich: Belastung durch Stromkosten im Osten deutlich höher

    Bei den Stromkosten trifft es Verbraucher im Osten des Landes deutlich härter als im Westen. Das liegt zum einen daran, dass die Strompreise variieren. Zum anderen fällt wegen der unterschiedlich hohen Gehälter die Belastung für Ostdeutsche aber noch höher aus.

  • Vattenfall

    Vattenfall hebt Strompreise an

    Vattenfall erhöht die Preise bei seinem Grundversorger-Tarif. Diejenigen, die noch nie einen Stromvertrag gewechselt haben, beziehen automatisch einen solchen Tarif. Die Preiserhöhung müssen Kunden aber nicht einfach hinnehmen.

  • Gaspreis

    Von Preissenkungen kommt wenig beim Kunden an

    Während die Börsen- und Einfuhrpreise für Gas in zwei Jahren um über 20 Prozent gesunken sind, fielen die Gaspreise für den Endkunden gerade einmal um drei Prozent. Immerhin bieten die niedrigeren Beschaffungspreise den Versorgern aber einen größeren Spielraum bei der Preisgestaltung.

  • Stromvergleich

    Strompreis: 52 Prozent sind Steuern und Abgaben

    52 Prozent des gesamten Strompreises werden durch staatliche Steuern und Abgaben bestimmt, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Der Anteil am Preis, den die Stromlieferanten selbst bestimmten können, liegt bei etwa 25 Prozent.

  • Stromvergleich

    Vergleich: Singles können Stromrechnung fast halbieren

    Ein Singlehaushalt kann mit einem Anbieterwechsel bis zu 46 Prozent seiner Stromrechnung einsparen. Der Preisunterschied zwischen dem teuersten und dem billigsten Anbieter in deutschen Städten liegt im Schnitt bei 188 Euro, so ein Vergleich von Verivox.

Top