Zusatznutzen

Wenn aus Strommasten Windräder werden

Ein Architektenteam aus Freiburg plant, Strommasten zu kleinen Windrädern umzufunktionieren. Bereits im Juli hatte der Freiburger Architekt Wolfgang Frey in den Medien Pläne für "kleine Windräder" vorgelegt, die man problemlos auf Strommasten oder auch an großen Bäumen anbringen kann.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Freiburg (red) - Die bisher gängigen großen Windräder bringen vor allem zwei Probleme mit sich: Zum einen tragen sie nicht gerade zu einer schönen Panorama-Sicht bei, zum anderen braucht man aufgrund des diskontinuierlichen Flusses von Windkraft ein intelligentes Stromnetz, dass in der Lage ist, die gewonnene Energie entsprechend zu speichern und freizusetzen - dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach mit hohen Kosten verbunden. Eine zumindest in Teilen praktikable Lösung hat der Freiburger Architekt Wolfgang Frey mit seinem Team entwickelt: kleine Windräder auf Bäumen oder an Strommasten.

Windkraft mit Mini-Windrädern nutzen

Die Miniaturen der großen Windräder haben den Vorteil, dass sie deutlich früher anlaufen und auch leiser sind. Zudem fallen sie in der Umwelt aufgrund ihrer Größe kaum auf. Da sie sich schon bei geringen Windmengen drehen, erzeugen sie eine konstantere Stromleistung als die großen Windräder, die zwar insgesamt für mehr Energie sorgen, das allerdings in unregelmäßigen Spitzen. Um die gleiche Menge Energie zu erzeugen wie mit einer großen Windanlage braucht es jedoch mindestens zehn kleine Windräder. Das ist auch einer der Hauptkritikpunkte an Freys Windradkonzept. Allerdings stünde zumindest in Baden Württemberg, der Heimat des Architekten, mit rund 30.000 Strommasten eine entsprechend große Plattform zur Verfügung.

Erste Verhandlungen mit interessierten Netzbetreibern

Bei der Nutzung aller Masten ließen sich, nach der Rechnung von Wolfgang Frey, gut 3.000 Megawatt Windenergie erzeugen. Dadurch könnten immerhin drei Reaktorblöcke ersetzt werden. Mit einigen Netzbetreibern steht man derzeit schon in Verhandlung und möglicherweise wird aus der Idee und einigen Pilotversuchen bald schon eine echte Energie-Alternative. Doch noch ist man zumindest beim großen Energiekonzern EnBW skeptisch; die Verantwortlichen wollen vorerst noch verschiedene Details verhandeln.

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