Deckung von 6,5 Prozent des Stromverbrauchs

Weniger neue Windenergieanlagen in der ersten Jahreshälfte

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland 436 neue Windenergieanlagen mit 731 Megawatt Leistung installiert - 13 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Ein Grund dafür war die lange Diskussion um die Novelle des EEG - nach deren Verabschiedung erwartet die Branche nun aber einen Aufschwung.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Osnabrück (red) - Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in der Bundesrepublik 436 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 731,4 Megawatt installiert. Damit wurden etwa alle zwei Tage fünf neue Anlagen aufgestellt.

Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren noch 536 Anlagen mit einer Leistung von 835,4 Megawatt neu in Betrieb genommen worden. Andreas Eichler, Sprecher der Windkraftanlagenhersteller im Bundesverband WindEnergie (BWE), erklärt den Rückgang von knapp 13 Prozent mit den Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftslage in Deutschland. "Wie in allen Wirtschaftsbereichen ist auch in der Windenergiebranche die Finanzierung schwieriger geworden. Viele Projekte hängen deswegen in der Warteschleife. Die viel zu lange Diskussion um die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz hat ebenfalls zu einer abwartenden Haltung bei Investoren und Banken geführt", so Eichler.

Insgesamt waren Ende Juni 15.800 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 15.329 Megawatt in Betrieb. In einem durchschnittlichen Windjahr können sie 30,9 Milliarden Kilowatt sauberen Strom erzeugen - das entspricht einem Anteil von 6,55 Prozent am Stromverbrauch. In Schleswig-Holstein deckt Windstrom rechnerisch bereits über 36 Prozent des Strombedarfs.

Regional führte bei den Neuaufstellungen wiederum Niedersachsen (220 Megawatt), vor Brandenburg (101,3 Megawatt), Schleswig-Holstein (87,72 Megawatt) und Nordrhein-Westfalen (85,5 Megawatt).

Bei den Marktanteilen konnte die Firma Enercon mit 54,1 Prozent ihre führende Position ausbauen, der Weltmarktführer Vestas war in Deutschland wiederum Nummer Zwei mit einem Anteil von 26,8 Prozent.

Für das gesamte Jahr erwartet der BWE einen Zubau von 2200 bis 2500 Megawatt in Deutschland. Dazu Andreas Eichler: "Nachdem auch die Union der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz am vergangenen Freitag im Bundesrat zugestimmt hat, ist eine wesentliche Investitionsbremse gelöst. Wir erwarten jetzt einen Aufholprozess für das zweite Halbjahr".

Alle Angaben beruhen auf Daten des Deutschen Windenergie-Instituts in Wilhelmshaven sowie einer Umfrage des Bundesverband WindEnergie bei den Herstellern von Windkraftanlagen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsmasten

    Stromautobahnen: Öffentliches Gespräch für dritte Trasse beginnt

    Drei Stromautobahnen sollen bald den Ökostrom aus dem Norden des Landes in den Süden bringen. Für die Trasse, die von Emden in Niedersachsen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg führen soll, startete der öffentliche Dialog.

  • Stromrechnung

    Hartz IV deckt Stromkosten nicht ab

    Auch für die Stromkosten wird beim Bezug von Hartz IV ein nach Wohnregion festgelegter Pauschalbetrag gezahlt. Verivox zufolge ist der Betrag trotz Beitragserhöhung im kommenden Jahr aber von vornherein zu niedrig angesetzt.

  • Energieversorung

    Verband: Windenergie ist Prügelknabe für ungerechtfertigte Gewinne

    Die Windenergie sei der "Prügelknabe für ungerechtfertigte Monopolgewinne", monierte BWE-Präsident Ahmels heute in Berlin und reagierte damit auf die Ankündigung Vattenfalls, die Netznutzungsentgelte aufgrund der wachsenden Belastungen durch die Einspeisung von Windenergie anheben zu müssen.

  • Hochspannungsleitung

    Lob und Kritik vom Bundesverband WindEnergie

    Auch der Bundesverband WindEnergie (BWE) hat namens seiner Mitglieder die EEG-Entscheidung des Bundesrates begrüßt - zugleich aber Kritik an der Laufzeitbeschränkung bis 2007 sowie an der 60-Prozent-Klausel geäußert. BWE-Präsident Ahmels ist sich dennoch sicher: "In zehn Jahren ist Windstrom billiger als Strom aus Kohle und Uran".

  • Stromnetz Ausbau

    NaturEnergie AG: "Neue Zukunftsperspektiven für Große Wasserkraft"

    Dank der heute vom Bundesrat gebilligten EEG-Novelle können künftig unter bestimmten Voraussetzungen auch der Ausbau und die Erneuerung von großen Wasserkraftwerken mit mehr als fünf Megawatt Leistung gefördert werden. Die NaturEnergie als führender Ökostromanbieter zeigt sich darüber erfreut - und denkt mehr denn je an einen Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden.

Top