Strahlenschutz

Weniger Atomtransporte durch Zwischenlagerung

Umweltminister Jürgen Trittin hat am gestrigen Donnerstag in Berlin den 2003er-Bericht des Bundesamtes für Strahlenschutz vorgestellt. Während die Strahlenbelastung durch den Wegfall innerdeutscher Atommülltransporte zurückgegangen sei, stößt die hohe medizinische Strahlenbelastung auf Kritik.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat gestern in Berlin den Jahresbericht 2003 des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vorgestellt. Schwerpunkte sind die Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente und ein besserer medizinischer Strahlenschutz.

Mit der zügigen Bearbeitung, Prüfung und Genehmigung der Anträge für die zwölf dezentralen Zwischenlager für Atommüll habe das BfS wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen, die Zahl der Atommülltransporte in Deutschland drastisch zu reduzieren, lobte Trittin.

Weniger Atomtransporte durch Zwischenlagerung

Das Konzept der Bundesregierung für eine dezentrale Zwischenlagerung abgebrannter Brennelemente habe bereits Wirkung gezeigt: Seit 1998 gab es keine innerdeutschen Transporte von den Atomkraftwerken zu den zentralen Zwischenlagern Gorleben und Ahaus mehr. Diese Transporte seien durch die Inbetriebnahme von Interimslagern überflüssig geworden.

Zudem sei - vier Jahre nach dem Atomkonsens - die ursprünglich geplante Anzahl von etwa 500 Behältern abgebrannter Brennelemente für die ausländische Wiederaufbereitung nahezu halbiert, sagte Trittin: "Damit schaffen wir die Vorgabe des Atomgesetzes, ab dem 30. Juni 2005 keine Transporte in die Wiederaufarbeitung mehr zuzulassen."

Besserer Schutz vor medizinischer Strahlenbelastung

Wolfram König, der Präsident des BfS, sagte, die medizinisch verursachte Strahlenbelastung der deutschen Bevölkerung liege weiterhin auf zu hohem Niveau.

Im Vergleich zum Jahr 1996 sei die durchschnittliche Strahlenbelastung um etwa 0,2 Millisievert (mSv) auf 1,8 mSv pro Einwohner gestiegen. Dieser Anstieg, so König, sei auf die vermehrte Anwendung der dosisintensiven Computertomographie (CT) zurückzuführen. Er wies abschließend darauf hin, dass es verschiedene Ansatzpunkte für die Verringerung der Strahlenbelastung gebe.

Außerdem wies König auf den in jeder Praxis kostenlos erhältlichen Strahlenpass hin. Die gesamte Strahlenbelastung, der ein Mensch ausgesetzt war, ist darin ermittelt. Zudem verhindert ein Strahlenpass unnötige Doppeluntersuchungen.

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