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Weltweiter Wettlauf: Europa produziert mehr Solarzellen als die USA

Wie das Fachmagazin "Photon International" in seiner neuen Marktanalyse herausgefunden hat, werden in Deutschland 24,6 Prozent der weltweit hergestellten Solarzellen produziert. Deutschland liegt damit weltweit an zweiter Stelle, allerdings weit hinter Spitzenreiter Japan mit 43 Prozent. Jetzt müsse man dran bleiben, fordert UVS-Chef Körnig.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Europäische Firmen produzierten im letzten Jahr erstmals mehr Solarzellen (24,6 Prozent) als ihre Konkurrenz in den Vereinigten Staaten (23,6 Prozent). Damit liegt Europa jetzt auf Platz zwei der Weltrangliste gleich hinter Japan (43 Prozent). Insgesamt wuchs die Produktionskapazität im Jahr 2001 um knapp 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Der Wettstreit um einen der wichtigsten Zukunftsmärkte, die weltweite Marktführerschaft in der Solarindustrie, verschärft sich zusehends. Europa liegt gut im Rennen, darf sich jedoch jetzt kein Boxenstopp leisten", beurteilt Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) die aktuelle Situation. Nur wenn das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien auch nach den Bundestagswahlen weitergeführt würde, gäbe es eine Chance, mit der japanischen Konkurrenz mitzuhalten. Wie die jüngste Marktanalyse des Fachmagazins Photon International ergeben hat, kämen mit Sharp, Kyocera, Sanyo, Mitsubishi Electric vier der zehn größten Solarzellenproduzenten aus Japan.

In Deutschland wurden im Jahr 2001 über 120 000 neue Solaranlagen installiert. Vor allem Fotovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung verzeichneten einen starken Nachfrageschub. Im Jahr 2001 erzielte die deutsche Solarbranche einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro (2000: 790 Millionen Euro). Sie zählt inzwischen etwa 20 000 Beschäftigte.

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