Studie

Weltweite Uran-Vorkommen reichen noch über 100 Jahre

Die derzeit weltweit bekannten Uran-Vorkommen reichen einer neuen Studie zufolge für mehr als 100 Jahre Energiegewinnung durch die Atomkraft. Mit der Entwicklung neuer Technologien bei Reaktoren und Brennstoffkreisläufen könnten die Vorräte sogar für "tausende Jahre" reichen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Wien (afp/red) - So hieß es in einer am Dienstag in Wien vorgestellten Studie der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und der Kernenergie-Agentur NEA der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Anfang 2009 waren demnach Uran-Vorkommen von 6,3 Millionen Tonnen bekannt; zu den größten Uran-Produzenten der Welt gehören Kanada, Kasachstan, Australien und Namibia.

Die Berechnungen der Experten beruhen auf dem Energieverbrauch des Jahres 2008 und beziehen sich auf den derzeitigen Stand der Technik. Die Studie erwartet für die kommenden Jahrzehnte aber eine "erhebliche" Zunahme der Nachfrage nach Strom, auch wenn die Nachfrage zuletzt wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise zurückging. Viele Staaten würden dabei die Atomkraft als preiswerte und klimafreundliche Technologie der Stromgewinnung betrachten, hieß es in der Studie. Die Vorkommen seien "mehr als ausreichend", um die zu erwartende Nachfrage zu bedienen. Die Herausforderungen seien aber, umweltverträgliche Abbau-Verfahren zu entwickeln und größer werdende Mengen an Uran zeitgerecht auf den Markt zu bringen.

IAEA-Mitarbeiter Peter Waggitt hob bei der Vorstellung der Studie hervor, dass es noch große, bislang nicht bekannte Uran-Vorkommen geben könne. "Das meiste Uran, das heute gefördert wird, wurde vor 20 oder 30 Jahren entdeckt." Erst seit 2003 würde wieder ernsthaft nach neuen Vorkommen gesucht. In den kommenden zehn Jahren sei daher mit "vielen neuen Entdeckungen" zu rechnen, sagte er.

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