Statistik

Weltweite Kohlendioxid-Emissionen steigen 2002 weiter

Der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid ist auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Dies geht aus einem Arbeitspapier von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und Germanwatch hervor, das die aktuelle Entwicklung der globalen energiebedingten Kohlendioxidemissionen analysiert. Die Emissionen der Industrieländer blieben allerdings konstant.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Die weltweiten, energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen sind im Jahr 2002 um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Dies geht aus einem Arbeitspapier von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und Germanwatch hervor, das die aktuelle Entwicklung der globalen energiebedingten Kohlendioxidemissionen analysiert. Dem Papier zufolge blieben die Emissionen der Industrieländer konstant, während die Entwicklungsländer eine Zunahme um sieben Prozent verzeichneten.

Allerdings beruhe der scheinbare Erfolg der Industriestaaten noch imer auf der Rezession in den ehemaligen Ostblockländern. So fällt denn die Bilanz auch äußerst nüchtern aus: Die meisten westlichen Industrieländer weisen seit 1990 praktisch keine Fortschritte bei der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen auf. "Nach offiziellen Projektionen für die hochindustrialisierten Industrieländer wird bis zum Jahr 2010 mit einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber 2000 gerechnet," kommentiert Dr. Manfred Treber, Klimareferent der Nord-Süd-Initiative Germanwatch. "Wenn sich das nicht ändert, wird kein Entwicklungs- oder Schwellenland irgendwelchen Einschränkungen durch klimapolitische Maßnahmen zustimmen, die es selbst betrifft."

Unter den Entwicklungs- und Schwellenländern weisen Thailand, Malaysia und Südkorea mit einer Zunahme um jeweils rund 120 Prozent den höchsten Anstieg von 1990 bis 2002 auf. Entwicklungsländern wird derzeit - angesichts ihrer geringen Pro-Kopf-Emissionen - weiteres Emissionswachstum zugebilligt. "Einiges spricht allerdings dafür, dass die starke Zunahme in den Entwicklungsländern im letzten Jahr teilweise ein statistischer Effekt ist. Möglicherweise war beispielsweise der Rückgang der Emissionen in China Ende der 90er Jahre nicht so stark wie bislang dargestellt, so dass die höheren Emissionen Chinas im Jahr 2002 teilweise auf einer Anpassung der Daten beruhen," erklärt Dr. Werner Zittel (LBST).

Eine weitere, bedenkliche Erkenntnis des Arbeitspapiers: "Zwar findet seit 1990 erfreulicherweise weltweit ein leichter Rückgang der Kohlenstoffintensität statt, was vor allem am sinkenden Anteil der Kohle am Energieverbrauch liegt", so Zittel. In den letzten beiden Jahren jedoch habe die Kohlenstoffintensität (diese gibt an, wie viel Kohlendioxid pro verbrauchter Energiemenge frei wird) wieder zugenommen - vermutlich wegen des hohen Ölpreises und der in der Folge wieder angestiegenen Kohlenutzung. Das gälte auch für den weltgrößten Verursacher von Treibhausgasen, die USA.

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