Forderungen

Weiter Zoff um Stromtrasse von Niedersachsen nach Hessen

Die betroffenen Kommunen in Niedersachsen wehren sich weiter gegen den oberirdischen Verlauf einer 380-Kilovolt-Stromleitung nach Hessen. Die Kommunen blieben auch nach dem Abschluss des Raumordnungsverfahrens bei ihrer Forderung nach einer durchgehenden Erdverkabelung.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Bad Gandersheim (dapd/red) - Das sagte der Bad Gandersheimer Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen (parteilos) am Mittwoch auf dapd-Anfrage.

16 niedersächsische Kommunen haben sich unter der Federführung von Bad Gandersheim zusammengeschlossen, um das Raumordnungsverfahren auf Rechtssicherheit hin zu überprüfen. Eine Besprechung des Vorgehens fand am Dienstag statt.

Die Hochspannungsleitung vom niedersächsischen Wahle (Landkreis Peine) nach Mecklar in Hessen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) soll nach Angaben des niedersächsischen Landesentwicklungsministeriums fast komplett oberirdisch gebaut werden. Auf "sieben oder acht Kilometer im Bereich Göttingen" ist laut Minister Gert Lindemann (CDU) eine Erdverkabelung erforderlich. Die Trasse soll 229 Kilometer lang werden und 158 Kilometer durch Niedersachsen und 71 Kilometer durch Hessen verlaufen.

Die Kommune will nicht aufgeben

Das Raumordnungsverfahren wurde am 8. Dezember offiziell abgeschlossen. Die Kommunen und Bürgerinitiativen sind laut Ehmen enttäuscht über den Ausgang und wollen nichts unversucht lassen, um möglicherweise doch noch eine Verkabelung durchzusetzen.

Besonders im Hinblick auf das bevorstehende Planfeststellungsverfahren wollen die Vertreter "alles daransetzen, dass dieses Verfahren nicht so einfach über die Bühne geht", sagte Ehmen. Geprüft werden sollen beim abgeschlossenen Raumordnungsverfahren insbesondere naturschutzrechtliche Verstöße oder die Berücksichtigung neuer technischer Erkenntnisse zu den Vorteilen von Erdkabeln. Mit Ergebnissen rechnet Ehmen im zweiten Quartal 2012.

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