Wasserkraftwerk Herrenhausen als EXPO-Projekt

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
Rund anderthalb Jahre nach dem ersten Rammschlag am Leinewehr ist das Wasserkraftwerk und die Fischaufstiegsanlage Herrenhausen fertiggestellt. Das Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Hannover AG und der Landeshauptstadt Hannover, ein Vorhaben im Rahmen des EXPO-Projektes "Stadt als Garten", wird zur EXPO 2000, die im Juni 2000 ihre Pforten öffnet, schon auf viele Betriebsstunden zurückblicken können.


Die Anlage, die im Sinne des Landschaftsschutzes geschickt in das Leinewehr integriert wurde, besteht aus dem Wasserkraftwerk und der Fischaufstiegsanlage, die erstmalig den schwimmenden Leinebewohnern den Weg flussaufwärts ermöglicht. Das Wasserkraftwerk Herrenhausen ist bereits das zweite dieser Art im Kraftwerkspark der Stadtwerke Hannover und nutzt gemeinsam mit der aus dem Jahre 1922 stammenden Anlage Am Schnellen Graben 50% des technisch nutzbaren Wasserkraft-Potentials in Hannover. Ausgestattet mit zwei Kaplan-Rohrturbinen von je 470 Kilowatt (kW), erzeugt die Anlage jährlich 4,8 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom. Damit können rund 1.850 Haushalte mit Strom versorgt werden, anders ausgedrückt sind das 0,14 Prozent des gesamten Strombedarfes in Hannover. Der besondere ökologische Aspekt: die Wasserkraftanlage setzt weder Schadstoffe noch Wärme frei, rund 3.500 Tonnen Kohlendioxid (CO2), die bei einem Verbrennungsprozess entstünden, werden vermieden.


Die Gesamtinvestitionen für das Wasserkraftwerk betrugen rund 11 Millionen Mark. Dr. Hans-Jürgen Ebeling, Technischer Vorstand der Stadtwerke Hannover AG, ist stolz auf den Zuwachs im Kraftwerkspark: "Zum einen freut es mich, dass wir mit diesem gemeinsamen EXPO-Projekt Technik im Sinne der nachhaltigen Entwicklung mit dem ökologischen Anspruch verknüpft haben. Jetzt hoffen wir, dass auch die Ökonomie zu ihrem Recht kommt und sich viele Kunden für unser hier erzeugtes Produkt enercity & care entscheiden." Umweltdezernent Hans Mönninghoff hat ebenfalls Grund zur Freude. Dem Ziel, die Leine von der Nordsee bis zum Harz für die Fischwanderung wieder durchgängig zu machen sei man mit dieser neuen Anlage am Leinewehr ein gutes Stück nähergekommen. "In Hannover wird Dank der Fischaufstiegsanlage am Wehr Herrenhausen und mit den neuen Umflutgewässern für das Wehr "Schneller Graben" und das Döhrener Wehr erreicht, dass die Leine für die flussaufwärts schwimmenden Fische und wirbellosen Wassertiere wieder durchgängig ist."

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