Preissteigerungen

Warum Blitzschäden so viel teurer geworden sind

Wie der Verband der deutschen Versicherer (GDV) meldet, seien im vergangenen Jahr im Schnitt deutlich höhere Schäden durch sommerliche Hitzegewitter bei den Versicherungen gemeldet worden als noch 2011.

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Wie der Verband der deutschen Versicherer (GDV) meldet, seien im vergangenen Jahr im Schnitt deutlich höhere Schäden durch sommerliche Hitzegewitter bei den Versicherungen gemeldet worden als noch 2011. Dass die Schäden so in die Höhe geschossen sind, hat etwas mit der Entwicklung in der Elektronikbranche zu tun.

Die Vielzahl der hochwertigen Geräte macht’s

2012 verursachten laut GDV 410.000 Blitz- und Überspannungsschäden Kosten von 330 Millionen Euro bei den Hausrat- und Wohngebäudeversicherern. Im Vergleich zu 2011 waren das zwar 30.000 Schäden weniger, die entstandenen Kosten sind jedoch gleich hoch geblieben. Mit 330 Millionen Euro in 2012 zahlten sie genau so viel aus wie im Jahr davor. Die GDV-Statistik belegt, dass Blitz- und Überspannung immer teurere Einzelschäden verursachen. 2006 gab es 550.000 Schäden, die mit 340 Millionen Euro beglichen wurden. Innerhalb von sechs Jahren stiegen somit die Versicherungsleistungen für einen durchschnittlichen Blitzschaden um 30 Prozent. Grund für diese Entwicklung seien sowohl die Vielzahl als auch die Hochwertigkeit der elektronischen Geräte in deutschen Haushalten.

Schäden sind regional und saisonal sehr unterschiedlich

Blitz- und Überspannungsschäden haben laut dem Verband zwei spezifische Merkmale: Zum einen treten sie saisonal unterschiedlich stark auf. In der Langzeitbetrachtung zeigt sich eine Häufung in den Sommermonaten Juni und Juli. Zum anderen sind die Schäden regional sehr unterschiedlich verteilt. Vor allem im Süden Deutschlands und im Erzgebirge blitzt es sehr oft. 2012 waren die Blitzhochburgen Ost- und Südbrandenburg, Sachsen und das Allgäu. Einfluss auf Blitzschäden hat aber auch das direkte regionale Umfeld. Als Faustformel gilt hier: In einer Stadt, die ein weitverzweigtes Leitungsnetz hat, führt ein Blitz deutlich seltener zu einem Überspannungsschaden als auf dem Land.

Blitz- und Überspannungsschäden vorbeugen

Blitzableiter am Haus schützen das Gebäude vor Brandschäden. Der Blitzableiter sorgt dafür, dass die Energie zur Erde abgeleitet wird. Für die Elektroinstallation und die elektrischen Geräte im Haus reicht ein Blitzableiter aber nicht aus. Für deren Schutz sind sogenannte Feinschutzgeräte notwendig, die sich in der Elektroverteilung und vor dem zu schützenden Gerät befinden. Wenn kein Überspannungsschutz installiert ist, sollten bei Gewittern die Stecker von Elektrogeräten gezogen sein. Ob die gestiegene Schadenshöhe pro Fall auch zu höheren Beiträgen bei den Hausrat- und Gebäudeversicherungen führen wird, ist noch unklar.

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