Verbraucherzentrale

Warnung vor windigen Energiepässen in NRW

Ab Mitte 2006 müssen Immobilienbesitzer den Energiebedarf ihres Hauses in einem sogenannten Energiepass erfassen lassen. Dieser Ausweis soll so um die 300 Euro kosten. Im nordrhein-westfälischen Oberhausen sind momentan "Drückerkolonnen" unterwegs, die ihn für 1000 Euro verkaufen. Es ist Vorsicht geboten!

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - "Drückerkolonnen" versuchen offensichtlich derzeit in Oberhausen, mit dem neuen Ausweis für den Energiebedarf eines Gebäudes (sog. Energiepass) windige Geschäfte zu machen: Unter Hinweis auf bald drohende Geldstrafen wird Hauseigentümern der Energiepass, der künftig den Energiebedarf bestehender Gebäude bei Mieter- oder Eigentümerwechsel transparent machen muss, zum Preis von 1000 Euro und mehr an der Haustür angeboten. Die Verbraucherzentrale NRW warnt allerdings vor dieser unseriösen Masche.

"Hier wird mit der Unwissenheit und Unsicherheit vieler Haus- und Wohnungseigentümer der schnelle Euro gemacht. Denn frühestens ab Mitte 2006 wird der Energiepass Pflicht - und dann wird es Übergangsregelungen geben, damit die für die Ausstellung des Passes notwendige energetische Gebäudeanalyse durch ausgewiesene Fachleute in Ruhe durchgeführt werden kann. Torschluss-Panik ist deshalb fehl am Platz", teilten die Düsseldorfer Verbraucherschützer mit.

Zudem werde der neue Gebäudeausweis nach bisherigen Schätzungen bereits ab 300 Euro zu bekommen sein. Auch drohten in einer Übergangszeit von mindestens einem halben Jahr keine Geldstrafen, wenn das neue Dokument bei Mieter- oder Eigentümerwechsel nicht vorliege.

Einen Tipp hat die Verbraucherzentrale auch noch, wenn es schon fast zu spät ist: Wer sich an der Haustür hat überrumpeln lassen, kann seinen Vertrag innerhalb von zwei Wochen widerrufen. Außerdem sollten Geprellte bei der Polizei Anzeige erstatten.

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