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Wald-Solarheim Eberswalde setzt auf internationale Umweltbildung

Die traditionsreiche Eberswalder Waldschule im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wurde in der vergangenen Jahren für 3,6 Millionen Euro in ein Solarheim umgebaut, in dem internationale Umweltbildung stattfindet. Es geht neben Themen rund um den Wald vorallem auch um die Nutzung erneuerbarer Energien.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Eberswalde (ddp-lbg/sm) - Bereits Ende der 90er Jahre entstand die Idee, die traditionsreiche Eberswalder Waldschule zu etwas Größerem umzubauen. "Wir hatten den Förderkreis Waldschule e.V. gegründet, um die uralte Idee der Umweltbildung an diesem Standort zu retten. Und bereits damals deutete sich an, dass das Interesse an unseren Angeboten weit größer als unsere personellen und infrastrukturellen Voraussetzungen war", sagt Thomas Simon, Leiter des Wald-Solarheimes, das heute nach mehrjähriger Bauzeit offiziell eröffnet wurde.

Die Aktiven der Waldschule wagten einen ganz großen Wurf und investierten - großzügig unterstützt von der Euro-Region Pomerania - 3,6 Millionen Euro für den Bau des Wald-Solarheims, einem Gebäudekomplex mit 79 Unterkunftsplätzen, Seminar- und Ausstellungsräumen. "Wir setzen mit unserem Heim auf Umweltbildung mit Spezialisierung auf den Wald", berichtet Simon. Alte Themen der Forstwirtschaft wie nachhaltige Waldbewirtschaftung, Vermeidung von Raubbau und Umweltschäden sowie Zertifizierung von Wäldern sollen hier Kindern und Jugendlichen vermittelt werden.

Wo, wenn nicht in Eberswalde, dachten sich die Initiatoren. Denn sowohl Forst-Verwaltung als auch -Forschung haben hier Tradition. Bekanntestes Beispiel: Die Eberswalder Fachhochschule, die aus einer alten Forstschule hervorging. Das Wald-Solarheim setzt in seiner Arbeit darüber hinaus auf Internationalität. "Wir wollen eng mit Gruppen aus den osteuropäischen Ländern zusammenarbeiten und haben bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Kontakte zu Partnereinrichtungen in Polen, Tschechien und Litauen aufgebaut", sagt Simon.

Die polnische Sprache wird in dem Waldsolarheim Pflicht sein. "Wir haben extra eine Mitarbeiterin eingestellt, die die polnische Sprache beherrscht", sagt Simon. Zweiter großer Schwerpunkt des Heimes sind die regenerativen Energien. "Und dazu gehört nicht nur, über sie zu informieren, sondern auch ihr Funktionieren zeigen zu können", versichert der Leiter.

So ist bereits beim Bau des Komplexes auf den Einsatz regenerativer Energieträger geachtet worden. Das Wald-Solarheim verfügt über eine Photovoltaik-Anlage für die Einspeisung von Strom ins Netz. Warmwasser wird über eine Solaranlage gewonnen. Und für die nötige Wärme sorgen ein Blockheizkraftwerk sowie ein Ofen, in dem Holzpellets verbrannt werden können. "Und was für uns ganz wichtig ist: Wir sind behindertengerecht ausgestattet. Zwölf Unterkünfte sind eigens nach den Bedürfnissen von Behinderten eingerichtet worden. Das gesamte Gelände ist barrierefrei", sagt Simon.

Mit dem Wald-Solarheim verfügt nicht zuletzt das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin über eine weitere Umweltbildungseinrichtung innerhalb seines Territoriums. Das Heim hat zwar institutionell mit dem Reservat nichts zu tun, will aber mit ihm zusammenarbeiten. "Wir legen den Schwerpunkt vor allem auf Umweltbildung aus forstfachlicher und forstwirtschaftlicher Sicht, das Biosphärenreservat setzt vor allem auf naturschutzfachliche Aspekte. Aber beides ist voneinander nicht zu trennen. Und so werden wir eng zusammenarbeiten", sagt Simon. Beispielsweise wäre eine Kooperation mit der Blumberger Mühle bei Angermünde möglich, dem Haupt-Informationszentrum des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, das vom Naturschutzbund betrieben wird.

Von ddp-Korrespondentin Juliane Sommer

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