Gegenüberstellung

Wärmepumpe - Auslaufmodell oder Alternative zu Öl und Gas?

Das Angebot an alternativen Heiztechniken erfreut sich angesichts der steigenden Kosten von Heizöl, Erdgas und Strom immer größerer Beliebtheit. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Im Bereich "Wärmepumpe" beispielsweise scheiden sich die Geister. Ein Feature von ddp-Korrespondent Michael Wojtek.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Mittlerweile gibt es viele Unternehmen und Verbände, die die Vorteile der Wärme aus Sonnenenergie, Holzpellets oder Umweltwärme preisen und so viele Verbraucher wie möglich zum Wechsel bewegen wollen.

Dabei gibt es allerdings auch unterschiedliche Ansichten. So wird beispielsweise die von mehreren Verbänden als umweltfreundlich und Heizkosten sparend beworbene Wärmepumpe vom Bund der Energieverbraucher eher kritisch bewertet. Die Erwartungen an diese Technik seien vielfach überzogen, heißt es in einem Beitrag auf der Homepage des Bundes. So gebe es beispielsweise bei Altbauten keine Energieersparnis. Dem widerspricht der Bundesverband Wärmepumpe energisch.

Jüngsten Angaben der Wärmepumpen-Lobby zufolge können Hauseigentümer durch den Einsatz dieser Anlagen ihre Heizkosten halbieren. Wärmepumpen beziehen bis zu 75 Prozent der Energie aus kostenlos in Boden, Grundwasser oder Luft gespeicherter Sonnenenergie. 25 Prozent der Energie ist Strom als Antriebsenergie. Damit wird die Umweltwärme auf die für Heizzwecke und Warmwasser notwendigen Temperaturen gebracht. Wegen dieser hohen Energieeffizienz von Wärmepumpen ergeben sich im Endeffekt niedrige Heizkosten.

Aus einer Kilowattstunde elektrischer Energie werden laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) vier bis fünf Kilowattstunden Wärme aus erneuerbaren Energien. "Wer bei seiner Heizungssanierung auf Wärmepumpen setzt, kann seine Heizkosten um bis zu 40 Prozent senken", sagt Karl-Heinz Stawiarski, Vorstand des Bundesverbandes. Besonders bei einem Heizungstausch im Altbau würden Wärmepumpen verstärkt nachgefragt, fügt er hinzu.

Laut Bund der Energieverbraucher erweist sich dies zumindest für Altbauten als "teurer Trugschluss". Wärmepumpensysteme seien teurer als Öl- oder Gasheizungen. Lediglich für optimal geplante Neubauten könnten sich Kostenersparnisse ergeben, schreibt Energieexpertin Christina Hönig. Einsparprognosen und Betriebserfahrungen führten oft nicht zu der gewünschten Kosteneinsparung, denn die Effizienz einer Wärmepumpenanlage sei wie kein zweites System abhängig vom Wärmeabgabesystem und dessen Temperaturniveaus.

Die genannten "75 Prozent Energie aus der Umwelt" seien in der Mehrzahl der Fälle schlicht falsch oder an ganz bestimmte, günstige Rahmenbedingungen geknüpft, schreibt Hönig. Genauso falsch sei es aber, die Wärmepumpe in eine "stromverbrauchende Schmuddelecke" zu verbannen. Seien die Randbedingungen richtig gewählt, könne eine Wärmepumpe ihre ökologischen und ökonomischen Vorteile auch voll entfalten.

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