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vzbv: Netz AG bringt Verbrauchern keine niedrigeren Preise

Nachdem sich Umweltminister Gabriel am Donnerstag für eine einheitliche deutsche Stromgesellschaft stark gemacht hatte, warnen Politiker und Verbraucherschützer vor zu hohen Erwartungen an eine Netz AG. Sie lasse aber in jedem Fall auf mehr Wettbewerb hoffen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Eine Zusammenlegung der Stromnetze der vier großen deutschen Versorger wird nach Einschätzung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) nicht direkt zu sinkenden Preisen für die Stromkunden führen. Zwar sei "darauf zu hoffen", dass nach der Bündelung der Netze in einer Stromnetz AG der Marktzugang für neue Anbieter leichter werde und dadurch "der Wettbewerb auf dem Strommarkt einen neuen Impuls" bekomme, sagte vzbv-Energiereferent Thorsten Kasper am Freitag in Berlin. Jedoch halte er es für "unwahrscheinlich", dass die Einsparungen durch die Netz AG sich direkt in niedrigeren Preisen niederschlügen. "Wahrscheinlich ist aber, dass Verbraucher bei mehr Wettbewerb langfristig mit attraktiveren Angeboten rechnen können."

Der vzbv unterstütze ausdrücklich eine Beteiligung des Bundes an einer einheitlichen Netzgesellschaft, sagte Kasper weiter. "Die Stromnetze sind eine Infrastruktur, die für Wirtschaft und Verbraucher von außerordentlicher Bedeutung sind." Eine Beteiligung des Staates gewährleiste, dass die Stromnetze auf Dauer im Sinne der Bürger und der Unternehmen verwaltet und betrieben würden, sagte Kasper.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich am Donnerstag für die Schaffung einer einheitlichen Stromnetzgesellschaft stark gemacht. Deutschland könne "nicht einfach in den alten Strukturen so weiter machen und wir können uns auch nicht durchwursteln", hatte Gabriel gesagt. Die Netz AG sei nötig für eine grundlegende Erneuerung der deutschen Strombranche. Es sei "höchste Zeit" dass Bundesregierung und die Energieversorger Eon, Vattenfall, EnBW und RWE "Ziel führende Gespräche" führten. Das Wirtschaftsministerium bestätigte am Freitag, dass es die Ernennung eines Vermittlers erwägt, der die vier Konzerne zu Gesprächen über die Schaffung der Netz AG an einen Tisch bringen soll.

Medienberichten der vergangenen Tage zufolge erwägen die Stromnetzbetreiber, ihre Netze zu einer gemeinsamen sogenannten Regelzone zusammenzulegen. Dadurch könnten den Berichten zufolge die Kosten für den Netzbetrieb jährlich um einen dreistelligen Millionenbetrag sinken. Bislang gibt es in Deutschland vier Regelzonen, innerhalb derer die jeweiligen Netzbetreiber die sogenannte Regelenergie zur Verfügung stellen müssen. Diese wird benötigt, um Schwankungen und Abweichungen zwischen dem Stromverbrauch und der angebotenen Energie auszugleichen. Vor allem der Energieversorger Eon hatte sich in den vergangenen Monaten für die Gründung einer einheitlichen Netz AG stark gemacht. Die baden-württembergische EnBW gilt als Gegnerin einer Zusammenlegung.

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