Wettbewerb verhindert

VZBV: Energiebranche für schwache Konjunktur mitverantwortlich

Für die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Edda Müller, ist die deutsche Energiebranche mitverantwortlich für die Wirtschaftsflaute. Mit hohen Durchleitungsgebühren würden sich unliebsame Konkurrenten vom Hals gehalten und ein wirksamer Wettbewerb verhindert, monierte sie in der "Berliner Zeitung".

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Verbraucherzentralen machen die deutschen Strom- und Gasunternehmen für die Wirtschaftsflaute mitverantwortlich. Durch überhöhte Netz-Durchleitungsgebühren halte sich die Branche unliebsame Konkurrenten vom Hals und verhindere so einen wirkungsvollen Wettbewerb, sagte die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Edda Müller, der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe).

Sie fügte hinzu: "Würde der Wettbewerb bei Strom und Gas ähnlich laufen wie bei den britischen Nachbarn, könnte die deutsche Wirtschaft eine Konjunkturspritze in Höhe von jährlich bis zu elf Milliarden Euro an zusätzlicher Kaufkraft bekommen." Im Vergleich zu Haushalten in Großbritannien, wo eine schlagkräftige Regulierungsbehörde den Strom- und Gasmarkt überwache, müssten die Privatkunden hier zu Lande im Schnitt pro Jahr 300 Euro mehr für Energie ausgeben.

Zahlreiche Energieversorger wollen Anfang kommenden Jahres ihre Preise für Tarifkunden erhöhen. Die Einsetzung eines Energiemarkt-Regulierers in Deutschland verzögert sich, weil sich Regierung und Bundesländer nicht auf die Modalitäten einigen können.

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