Standpunkt

VRE: Falsches Spiel der Industriekundenlobby

Der Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland (VRE) hat als Verband der mehrheitlich privatwirtschaftlich organisierten Versorgungsunternehmen die "Stimmungsmache" der energieintensiven Industrie gegen die geplanten Rabattregelungen im neuen EnWG kritisiert.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Lobby der industriellen Stromkunden versucht die derzeitige Diskussion um das neue Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) mit offensichtlich falschen Zahlen zu beeinflussen. Dieser Auffassung ist jedenfalls der Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland (VRE).

Die Anerkennung der Körperschaftssteuer als Kostenfaktor für die Netzentgelte führe laut Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) für die Stromkunden zu Mehrkosten in Höhe von zwei Milliarden Euro. "Die Zahl ist nicht nachvollziehbar und hält einer seriösen Überprüfung nicht stand", kommentierte Wolf-Ingo Kunze, Geschäftsführer des VRE. "Offenbar wurden weit überhöhte Umsatz- und Gewinnzahlen unterstellt, um mit diesem Ergebnis gegen die Energiewirtschaft Stimmung zu machen. Realistisch sind Mehrkosten von etwa einem Viertel der gesamten Summe."

Verschwiegen werde in der Diskussion, dass die Forderung der Energiewirtschaft gut begründet sei: In der Telekommunikationsbranche werde die Körperschaftssteuer als Kostenfaktor durch die Regulierungsbehörde seit langem anerkannt. Gleiches gelte für die Regulierungssysteme zahlreicher europäischer Nachbarn, wie zum Beispiel in Frankreich, England oder Österreich. Es sei kein Grund erkennbar, die deutsche Energiewirtschaft schlechter zu behandeln.

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