Vossnet durchsucht - "Verdacht des Betrugs": Staatsanwaltschaft beschlagnahmt Unterlagen - Geschäftsführer Faber: "Unbegründet"

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Polizisten und Beamte der Staatsanwaltschaft Bremen haben am gestrigen Donnerstag die Geschäftsräume der Firma Vossnet Communications GmbH durchsucht. Wie die Pressereferentin der Bremer Staatsanwaltschaft, de Bor, gegenüber dem strom magazin sagte, bestünden laut eines "neutralen Experten" "stichfeste Zweifel" an dem Umstand, ob der originäre Internet-Provider jemals Strom zu dem von ihm angeboten Preis (18 Pfennig pro Kilowattstunde/9,90 Mark Grundgebühr pro Monat) liefern könne. Gegen zwei Personen der Vossnet Communications GmbH habe man ein Verfahren wegen Verdacht des Betruges eingeleitet. Grund: Rund 27.000 potenzielle Kunden haben bereits die von Vossnet erhobene Verwaltungsgebühr in Höhe von 60 Mark bezahlt - ein konkreter Termin in Sachen Stromlieferung steht jedoch aus. "Die Durchsuchung war völlig unbegründet", kommentierte Geschäftsführer Thorsten Faber in einer ersten Stellungnahme die Aktion. Und: "Wir suchen ständig Stromlieferanten, wir sind hart am Arbeiten". Vossnet wird binnen der nächsten Stunde eine Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlichen.



"Watt wollt ihr - Farbe oder Strom?" - unter diesem Motto wirbt Vossnet für seinen "24 plus"-Tarif, der ab einer Verbrauchsenge von 4000 Kilowattstunden als unschlagbar gilt. Die von Vossnet vorab erhobenen 60 Mark Bearbeitungsgebühr für den Auftrag zur Stromlieferung werden seit gestern Abend zwar erst mit der tatsächlichen Stromlieferung abgebucht, doch hat Vossnet - vorausgesetzt, die von der Staatsanwaltschaft genannten Zahlen stimmen - bislang 1,62 Millionen Mark eingenommen, ohne dafür Strom geliefert zu haben. Die Strom-Werbung auf der Website des Unternehmens war von gestern Abend bis heute Vormittag eingestellt - mit der Begründung, dass man augenblicklich Aktualisierungsarbeiten an den entsprechenden Dateien vornehme. Die Strom-Hotline des Unternehmens hingegen war auch gestern abend noch freigeschaltet.



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Thomas Liebau

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